skip to main content

Bonsaimachos

Werbung (Anmerkung siehe unten auf der Seite)

 

Erfahrungsbericht 2 Tage Test mit allen Lautsprechern der ELAC Adante Serie

 

ich durfte für ELAC während der High End Messe in München für 2 Tage die auf den Mediamarkt Euroindustriepark ausgelagerte Vorführung der neuen ELAC Adante Serie betreuen. Den Erfahrungsbericht möchte ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten. In einem Raum von ca. 25- 30 qm konnte ich im vorderen Teil des Raumes ein komplettes 5.1 Setup der ELAC Adante Lautsprecher an einem Yamaha RX-A 2070 und einem Sony 4k Blurayplayer bzw. mit meinen üblichen USB-Stick für Stereo ausgiebig testen. Schon der optische Eindruck war gewaltig:

Adante_Surroundset_ELAC 

Der Aufbau eines ELAC Adante 5.1 Lautsprechersets

Der ELAC AC 61 Center trägt echt etwas auf und ist mit Fuß an sich eine Sache für die Ewigkeit, zumindest, wenn man versucht, ihn alleine zu bewegen - vergesst es. Den Fuß kann man alleine tragen, den Center auch, beides zusammen bleibt einfach da stehen, wo es ist - keine Chance. Die Frontlautsprecher ELAC AF 61 haben zwar auch dezente 55 kg in der Verpackung, sind aber noch einigermaßen zu bewegen, zumindest so lange die mächtigen Spikes noch nicht drunter sind. Die ELAC AS 61 Regallautsprecher möchte man einem Regal auch nicht wirklich zumuten, da kommt der gußeiserne Ständer ganz gelegen. Die AS 61 mit Ständer kommen dann in die Gewichtsbereiche der Standlautsprecher, was das Handling auch nicht leicht macht. Gemeinsam mit den 40kg des Adante Sub 3070 also eine echt gewichtige Sache. Auspacken und Aufbauen kann man getrost mit 3 Stunden veranschlagen. Praxistipp am Rande - Wenn Ihr Raum nur 2,50 Meter hoch ist, daran denken, die Adante AF 61 Standlautsprecher noch vor der Tür auszupacken, die Verpackung geht in normal hohen Räumen nicht mehr runter, ohne den Lautsprecher mächtig schräg zu halten (und das ist nicht einfach). 3,50 Meter Deckenhöhe sollten schon sein. Der Zusammenbau des Adante Center Ständers hat wohl schon Händlerkollegen zu 20-seitigen Fluchtraktaten an die Adresse von ELAC veranlasst und scheint logischer, als er ist. Riesen Tipp: Schaut in die Anleitung und benutzt einen nur sanft zudrehenden Akkuschrauber. Erstes Fazit: Mehr Gewicht für´s Geld gibt es sonst kaum. Das spricht für solideste Verarbeitungsqualität.

 

ELAC Adante AS 61 Regallautsprecher

Fangen wir mal mit einem der zwei Teile eines Adante Sets an, die für normale Wohnungen tauglich sind. Das zweite wäre der Subwoofer. Die ELAC Adante AS 61  als Regallautsprecher zu bezeichen, ist schon etwas vermessen. Bei der Verarbeitungsqualität geht so manches Billigregal vor Andacht in die Knie. ELAC hatte ein sogenanntes Schnittmuster auf der Messe dabei, an dem man sieht, dass alles, was nach massiver Verarbeitung aussieht auch massive Verarbeitung ist:

 elac_adante_AS 61_Schnittmuster

Technik und Bauart der ELAC Adante AS 61

Fettes MDF am Gehäuse, dazu Elektronik größeren Kalibers und eine recht seltene Bauform. Andrew Jones, für den als ehemaligen Entwickler von KEF und TAD (der Nobelmarke von Pioneer) so ein 1.500..- Euro Lautsprecher definitiv dem Billigsektor zuzurechnen wäre, hat auf ein sogenanntes ICC-Gehäuse gesetzt. Interport Coupled Cavity heißt, hier wird jedem Chassis ein eigenes Gehäusevolumen zugewiesen. Sehr speziell ist das Basschassis ausgelegt, in dem ein 18cm Alu-Kalotten-Tieftöner in seinem eigenen Gehäuseteil hinter eine 20cm Alu-Passivmembran gebaut ist, die in die stabile Aluaussenwand eingelassen ist. Der aktive kleinere Tieftöner hat sogar noch zwei Bassreflexrohre innerhalb des ihm zugemessenen Volumens. Der Lautsprecher an sich ist geschlossen, hat also keine Öffnung, aus der der Schalldruck der Bässe entweichen könnte. Ventilationsgeräusche können den Musikgenuss also nicht stören. Der Mittel- und der Hochtöner wurden in bewährter Andrew Jones Manier auf eine Achse montiert und haben ihr eigenes kleines Gehäuse oben im Lautsprecher.

elac_adante_AS 61_Schnittmuster_front

Die Vorteile dieser  Bauweise liegen in schnellen Bässen, weil die relativ kleinen Chassis viel schneller agiern können, als z.B. 40cm Bassmembranen und einer durch das Koaxialprinzip verbesserten Raumabbildung im Mittel- Hochtonbereich. Außerdem kann man sich gut vorstellen, dass der Druck, der in dem Gehäuse hinter der Passivmembran entsteht und ja nicht entweichen kann, zu einer wirklich sportlichen Dynamik in der Musik führt. Da knallt die Bassdrum fast wie live.

Der Klang der Adante AS 61

Schaut man sich die technischen Daten der Adante Serie an, fällt auf, dass die AS 61, den Center AC 61 und die Standlautsprecher AF 61 im Tieftonbereich nur jeweils ein Hertz trennt. Die AS 61 spielen alleine bis 41 Hz runter, der Center bis 40 und die AF 61 bis 39 Hz. Für die Bässe akustischer Instrumente (Orgel mal ausgenommen) reicht so ein Tiefbass weitestgehend aus, zumal hier wirklich Liveatmosphäre aufkommt und 20 Hz schon auch noch gespielt werden, nur halt nicht so laut. Mit einigen Händlerkollegen haben wir die Regallautsprecher alleine und mit Subwooferunterstützung etwas ausgiebiger getestet und kamen zu zwei recht einheitlichen Ergebnissen. Punkt 1 klingt nicht nach ELAC, Punkt 2 für die meisten Wohnräume sollten die Regallautspecher alleine von der Basspower her ausreichen, kommen also in die engere Auswahl, wenn Sie keine Standlautsprecher stellen können oder wollen. Da bewegt sich was, nicht nur im Bass.

Was heißt. klingt nicht nach ELAC? Das ist ein über Jahrzehnte von diversen Jet-Hochtönern geprägtes Vorurteil gegenüber ELAC. Ein Kollege hat es sehr treffend beschrieben: "Wenn ich einem Kunden einen Lautsprecher mit Jet-Hochtöner vorspiele, muss ich gar nicht viel erklären, dass man da was besonderes hört." Diese Luftigkeit und Brillianz im Hochton für erschwingliche Preise hebt ELAC deutlich aus der Masse der Hersteller heraus. Andrew Jones setzt auf einen 13,5cm Aluminiumkonus als Mitteltöner, in dessen Centrum eine 25 mm Gewebekalotte den Hochtonbereich abarbeitet. Das macht schon auch hohe Töne, braucht aber ein wenig mehr Hörerfahrung und Eingewöhnungszeit, weil die Qualitäten dieser Kombination nicht so ohrenfällig sind, wie bei Jet-Hochtönern. Mir persönlich fehlt hier ganz klar die Luftigkeit, die Leichtheit, dieses Schwebende im Hochton. Die Adantes setzen dafür auf gnadenlose, akkurate Impulse mit mehr Präzision im Timing der Musik. Quasi gnadenlose Live-Power gegen zartere Studioatmosphäre. Nehmen wir die High-Hats am Schlagzeug - Die Adantes bilden den Crash des Drumsticks auf dem Becken realistisch, hart, metallisch und so präzise ab, dass man zu hören meint, wo genau auf dem Becken der Stick aufkommt und weiter geht´s mit der nächsten knallharten Musikinformation. Ein ELAC Lautsprecher mit Jet Hochtöner lässt das Becken zusätzlich Raum aufbauen, nachhallen und ausschwingen, dafür ploppt die Musik nicht ganz so krass. Insgesamt meine ich immer mehr Informationen über den Jet zu bekommen, als es die Adante darstellt. Die Adante hat aber eine sehr saubere Attacke, die für einige Musikarten durchaus Vorteile bringt. Würde ich mehr Hardrock hören, läge eher die Adante vorne, zumal sie nicht wirklich basslastig abgestimmt ist sondern auf allen Ebenen Druck bringt. Die Adantes spielen sehr sauber, sehr schnell und kommen direkt zum Punkt, ein Lautsprecher mit Jet nimmt eher mal den Umweg über das Detail.

Damit wir uns klar verstehen, wir sprechen hier von feinen Details. Die Adantes spielen auch für ein 3.000 Euro Paar absolut konkurrenzfähig auf und lassen viele preislich ähnliche Lautsprecher gerade in der Disziplin "größeren Raum beschallen" weit hinter sich, mir persönlich sind die meisten ELAC Lautsprecher mit Jet Hochtöner aber lieber, weil sie für mehr Musikarten taugen. Mein persönlicher Liebling war schon immer eine ELAC Air-X 403, da gibt es auch keine Diskussionen über passende Verstärker, da eine gescheite Stromversorgung ran (nicht das Beipackzeug) - Hammer. Eine Ausnahme möchte ich, entgegen der üblichen Gepflogenheiten, hier nicht über subjektiv schlechtere Geräte zu berichten, erwähnen - eine ELAC 247.3 fällt gegen den Rest mit Jet in meinen Ohren ab, vielleicht war´s nie der richtige Verstäker, ich finde aber, die verwischt Details, an sich ELAC untypisch.

Hatte ich erwähnt, wo der ganze Hörtest etwas hinkt? Der Yamaha RX-A 2070 ist zwar an sich ein feines Gerät, aber für ein Adante Set mit 5 Lautsprechern 1. zu schwachbrüstig ( da fehlt halt dann doch die letzte Stromstärke beim Leisehören und beim Lauthören schwitzt er etwas) und 2. mit zu billigen Bauteilen für feine Klangnuancen bestückt. Ich bin sicher, ein geschmeidiger Ringkerntrafo und ein paar Bauteile aus Stereoverstärkern holen hier nochmal massiv mehr aus den eher wirkungsgradschwachen Boxen. Die zwei AS 61 hat er aber ganz vernünfig gepackt und den Subwoofer musste er nicht stützen, der hat selber 1.200 Watt Power.

Adante AS 61 mit Sub 3070 Unterstützung

Uuups da knackt´s richtig. War mir in der Kombination lieber, als die AF 61 alleine. Dazu sollte man bedenken, dass es sich mit Bass ein wenig wie mit Licht verhält. Die AS 61 (Regallautsprecher) stellen in diesem Vergleich einen Spot im Bass dar, der AC 61 (Center) zwei und die AF 61 (Standlautsprecher) drei Spots. Wir erinnern uns, im Center gibt es 2 Bässe mit eigenen Gehäusen, in den AF 61 drei Kammern wie in den AS 61. Der Raum wird mit Bass über Center und Standlautsprecher einfach noch mal flächiger, raumfüllender ausgeleuchtet, als mit den Regallautsprechern allein. Und die sind schon beeindruckend. Kommt jetzt noch der dezente Sub 3070 dazu, haben wir plotzlich einen potenziellen Super Trouper (Verfolgungsscheinwerfer / Spot - ahh das ABBA-Lied) , der den gesamten Raum in gleißendes Licht tauchen könnte. Ich sage bewusst könnte, tut er das, ist er definitiv falsch eingestellt. Siehe die Anleitung zur Subwooferaufstellung und Nutzung hier.

Mir hat eine tiefe Ankopplung des Sub 3070 bei etwa 50 Hz und eine dezent aufgedrehte Lautstärke am besten gefallen. In dieser Kombination fehlt den AS 61 nichts mehr und der Tief-/Tiefstbass ist einfach da, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Die Raumanpassung des Subwoofers nicht dem Surround-Receiver zu überlassen sondern der ELAC Einmessung hat sich dabei als besser erwiesen. Dreht man den Sub zu sehr auf, bemerkt man, wie schnell die Bassmembrane der Adantes wirklich sind. Dann hängt nämlich der Bass selbst in der Einstellung "Musik" dem Marschtempo der Adantes minimal hinterher, weil die 30er Chassis einfach einen Hauch (und es ist wirklich nicht viel, was erstaunlich ist) träger sind, als die "auf Tempo gebauten" 18er - 20er Bässe der Adantes. Der Effekt ist auch nur mit Musik überhaupt zu bemerken, bei 2.1 Filmton war alles perfekt - oder ich zu doof, es zu merken.

Adante AS 61 mit einem Sub 3070 sind zu Tiefbassgewittern fähig, die erschwingliche Standlautsprecher selbst im Gegenwert eines Mittelklassewagens üblicherweise nicht hervorzaubern können. Das ist schon beeindruckend.

Technische Daten laut ELAC:

Höhe: 485 mm
Breite: 245 mm
Tiefe: 400 mm (mit Gitter)

Bauart: 3-Way Interport Coupled Cavity
Hochtöner: 1x 25 mm Gewebekalotte, konzentrisch angeordnet
Mitteltöner: 1x 135 mm Aluminium Konus
Tieftöner: 1x 165 mm Aluminium Konus, im Gehäuseinneren
Passivradiator: 1x 200 mm Aluminium Konus
Übergangsfrequenz: 200 Hz / 2.000 Hz
Frequenzbereich: 41 Hz – 35.000 Hz
Empfindlichkeit: 85 dB
Empfohlene Verstärkerleistung: 50 – 160 W pro Kanal
Musikbelastbarkeit: 160 W pro Kanal
Nominalimpedanz: 4 Ohm
Anschlussterminal: Bi-Wiring
Magnetische Abschirmung: Nein
Farbausführungen: Hochglanz Schwarz, Hochglanz Weiß, Palisander Furnier
Zubehör im Lieferumfang: Bi-Wiring-Brücken, Bedienungsanleitung, Handschuhe

 

Mehr zu den Adante AS 61 finden Sie im Einzeltest hier.

 

Der ELAC Adante Center AC 61:

elac_adante_center_ac61

Wie sprach ein Kollege, als er mich verdattert vor dem zarten Adante Center stehen sah: " Da kommste nich drüber wech, wa?" Nö, komm ich nicht. Ist für mich immer noch schwer vorstellbar, dass sich dieses Teil jemand ins Wohnzimmer wuchtet. Ich möchte allerwärmstens eine Vorsatzwand aus Rigips oder so empfehlen, in die der Center eingebaut wird, so dass nur die Chassis zu sehen sind. Nicht, weil der Center häßlich wäre sondern weil er echt groß ist. Das wirkt vor einem modernen Flachbildfernseher ein wenig, wie ein Frontalangriff, zumal der ELAC AC 61 ja auch nicht direkt an der Rückwand positioniert werden kann, das dröhnt. Aber so als Center eines kleinen Heimkinos direkt unter der Leinwand kann ich mir den Adante AC 61 gut vorstellen, zumal er tonal perfekt zu den AF 61 Hauptlautsprechern und den Rears passt. Da muss keiner Angst haben, dass der Sternenzerstörer beim Abflug nach rechts oder links akustisch größer wird, der ELAC Adante AC 61 hält äußerst harmonisch und äußerst wuchtig mit den AF 61 mit. In normal großen Räumen bräuchte es da nicht einmal einen Subwoofer, aber wir wollen ja Spaß haben, also voll die Dröhnung mit einem Sub 3070. Da hängt man live am Auspuff von Mad Max, da steht der Dino vor dir, da fegt dich der Wind vom Everest. Viel mehr live geht auch mit großem Geldbeutel nicht. Detaillierter und nuancierter ja - Ich bleibe Fan der Jet Hochtöner - aber brachialer, härter, direkter, schneller ist schwer. Es wäre ein wenig böse, das Teil als "Center für Grobmotoriker" zu beschreiben, die werden damit aber definitiv Spaß haben. Für alle anderen die etwas gerechtere Anmerkung, dass wir hier ein hervorragendes Preis-Spaß-Verhältnis für Dolby Surround haben, das auch den gängigen Ansprüchen an Feinauflösung und Detailreichtum innerhalb der Preisklasse gerecht wird. Hervorstechendes Merkmal der Adante Serie und dieses Centers ist aber das super präzise Timing. Wer Filme zum Spaß auf doppelter Geschwindigkeit laufen lässt, findet hier einen der wenigen Lautsprecher, die mithalten können. Für eine UVP von 1.999.- Euro eine reife Leistung.

Technische Daten laut ELAC:

Höhe: 245mm
Breite: 875 mm
Tiefe: 400 mm (mit Gitter)

Bauart: 3-Way Interport Coupled Cavity
Hochtöner: 1x 25 mm Gewebekalotte, konzentrisch angeordnet
Mitteltöner: 1x 135 mm Aluminium Konus
Tieftöner: 2x 165 mm Aluminium Konus, im Gehäuseinneren
Passivradiator: 2x 200 mm Aluminium Konus
Übergangsfrequenz: 200 Hz / 2.000 Hz
Frequenzbereich: 40 Hz – 35.000 Hz
Empfindlichkeit: 86 dB
Empfohlene Verstärkerleistung: 50 – 160 W pro Kanal
Musikbelastbarkeit: 160 W pro Kanal
Nominalimpedanz: 6 Ohm
Anschlussterminal: Bi-Wiring
Magnetische Abschirmung: Nein
Farbausführungen: Hochglanz Schwarz, Hochglanz Weiß, Palisander Furnier
Zubehör im Lieferumfang: Bi-Wiring-Brücken, Bedienungsanleitung, Handschuhe, Gummiaufsteller

 

Die ELAC Adante AF 61 Standlautsprecher:

elac_adante_standlautsprecher_af61

Da geht die Sonne auf. Wir hatten erst einen (AS 61), dann zwei ( AC61) und jetzt drei identische Basschassis je Lautsprecher. Das verhält sich ein wenig, wie mit Licht - ein Spot, zwei Spots und jetzt drei mächtige Lichter - die Ausleuchtung des Raums mit Bass nimmt zu. Ob man jetzt ein Paar Adante AS 61 mit Sub 3070 oder die Adante AF 61 für eine Stereoanlage her nimmt, hält sich weitgehend die Waage. Die Kombi Regallautsprecher mit Monsterbass kommt noch einen Tick tiefer in den Basskeller, dafür ist sie um einige winzige Schritte langsamer als die AF 61, was sich selbst durch die Einmessung nicht komplett abschalten lässt, weil der aktive Trieber der AF 61 nur etwas mehr als halb so groß ist, wie der des Sub 3070 und entsprechend flinker agieren kann. Mir persönlich gefielen die Regallautsprecher mit Sub etwas besser, weil sie nicht sooo gnadenlos agieren, wie die AF 61, wer aber auf die Live-Atmosphäre der Adante Reihe abfährt, bevorzugt mit Sicherheit die AF 61 Standboxen.

In der Surroundkombination fällt kein einziger Lautsprecher durch irgendwelche Eigenheiten aus dem Rahmen, die spielen wie aus einem Guß, was den gefühlten Schalldruck durchaus erfreulich anhebt. Da rührt sich was.

Schaltet man jetzt noch den Sub 3070 zu, kann man selbst neben dem Flughafen noch die Nachbarn kennen lernen. Mir persönlich hat eine extrem tiefe Ankopplung des Subwoofers so um die 45 Hz für die gesamte Surround-Kombination am besten gefallen.

elac_sub3070_uebernahmefrequenz

Bei Stereo mit den Regallautsprechern lag die für mich "optimale" Ankopplung bei etwa 50 Hz, siehe oben im Text. 45 Hz ergibt einen sauberen Kompromiss zwischen gnadenlosen Effekten bei Dolby Surround und dezenter Unterstützung bei elektronischer oder Orgelmusik. Das widerspricht ein wenig meinen geistigen Ergüsse zum Thema Subwooferaufstellung und Raumanpassung. Die finden Sie hier. Stereonutzung und Dolby Surround Einsatz unterscheiden sich nämlich an sich deutlich in der Subwooferprogrammierung. In dieser speziellen Lautsprecherkombination "stört" der mini, minimal langsamere Subwoofer aber den superflinken Basscharakter der Adantes für mich wahrnehmbar, so dass ich die Basskontrolle nicht dem AV-Receiver überlassen würde, auf die Gefahr hin, mal einen Effekt nicht mit zu kriegen. Das stört mich dann nicht, der ist ja einfach weg und nicht zu hören :-)

Wir waren aber bei den Standlautsprechern der Adante Serie von ELAC, dumm nur, dass die wirklich wie aus einem Guss spielen, insofern klanglich nichts neues, live, hart, geiler, schneller Bass und vorwärts geht´s. Ach ja, UVP 5.998.- Euro das Paar, die sie auch wert sind.

Technische Daten laut ELAC:

Höhe: 1330 mm (mit Ausleger und Spikes)
Breite: 245 mm
Tiefe: 400 mm (mit Gitter)

Bauart: 3-Way Interport Coupled Cavity
Hochtöner: 1x 25 mm Gewebekalotte, konzentrisch angeordnet
Mitteltöner: 1x 135 mm Aluminium Konus
Tieftöner: 3x 165 mm Aluminium Konus, im Gehäuseinneren
Passivradiator: 3x 200 mm Aluminium Konus
Übergangsfrequenz: 200 Hz / 2.000 Hz
Frequenzbereich: 39 Hz – 35.000 Hz
Empfindlichkeit: 87 dB
Empfohlene Verstärkerleistung: 50 – 160 W pro Kanal
Musikbelastbarkeit: 160 W pro Kanal
Nominalimpedanz: 6 Ohm
Anschlussterminal: Bi-Wiring
Magnetische Abschirmung: Nein
Farbausführungen: Hochglanz Schwarz, Hochglanz Weiß, Palisander Furnier
Zubehör im Lieferumfang: Bi-Wiring-Brücken, Bedienungsanleitung, Handschuhe, Ausleger, Spikes

 

ELAC Sub 3070

elac_sub_3070_front

Mein neuer Liebling. Der ist wirklich eine Weiterentwicklung des Sub 2090 aus gleichem Hause. Durch die angeschrägten Membranflächen nochmal etwas aufstellungsunkritischer, in der Technik da bewährt, wo sie sich im 2090 bewährt hat und vor allem mit einer neuen App und offensichtlich höherer Toleranz gegenüber den diversen Bluetootheigenheiten einiger Smartphonehersteller. Kurz, der Sub 3070 zickt weniger als der 2090 und klingt noch mal minimal schneller und straffer. Wichtig: Die alte und die neue App sind untereinander nicht kompatibel, weil auch die Firmware eine andere ist. Die Funktionen sind weitestgehend identisch.

elac_sub3070_einstellregler

Besonders hervorheben möchte ich die automatische Einmessung auf die Akustik des Raumes, bei der zunächst in einer Nahfeldmessung der Frequenzgang und die technischen Möglichkeiten des einmessenden Smart Devices (Tablet, Smartphone..) ermittelt werden.

elac_sub3070_nahfeldmessung

Anschließend werden in einer Messung am Hörplatz die Raumresonanzen ermittelt und weitestgehend ausgelöscht. Das klappt verhältnismäßig sehr gut und gibt Ihnen viel Freiheiten bei der Positionierung des Subwoofers. Natürlich wäre es auch mit Einmessung besser, den Subwoofer an den akustisch optimalen Punkt in Ihrem Raum zu stellen, ob dieser minimale Klanggewinn aber gegebenenfalls den Verlust der besseren Hälfte wert ist, liegt nicht an mir zu entscheiden. Ganz sicher erspart Ihnen die Einmessung aber das unwürdige Herumkriechen im Raum auf der Suche nach der minimalsten Resonanz - schön, dass Sie aufrecht bleiben können.

Wer sich 2.499.- Euro für einen Subwoofer leisten kann und möchte, der macht mit dem Sub 3070 garantiert nichts, aber auch gar nichts falsch. Selbst denen, die das können aber nicht möchten, sei von mir ganz klar ans Herz gelegt auch in Kombination mit deutlich kleineren Regallautsprechern als den Adantes so einen mächtigen Subwoofer einzusetzen. Nur mit einem wirklich guten und schnellen Subwoofer kann ich den Musikgenuss bei zügigen Bassläufen optimal unterstützen. Viele kleinere Subs verschleppen aufgrund ihrer Auslegung für Dolby Surround die Basseffekte ein wenig. Das wirkt sich beim reinen Musikhören negativ aus. Große Subwoofer, wie der Sub 3070 können schnell, mittel und langsam. Stereo und Dolby Surround, bewusst und simpel umschaltbar via Bluetooth.

elac_sub3070_schnelleinstellung

Ein Unterschied, wie Tag und Nacht, der um so größer wird, je laienhafter ihr Subwoofer installiert wurde. Merke: Nur erwachsene Subwoofer sind wirklich kindersicher, oder so :-)

Technische Daten laut ELAC:

Höhe: 435 mm
Breite: 518 mm
Tiefe: 477 mm
Gewicht: 40 kg

Bauart: 1-Weg aktiv, 2 Tieftöner in geschlossenem Gehäuse, Push-Push/Pull-Pull
Tieftöner: 2 x 300 mm Durchmesser, AS Konus
Obere Grenzfrequenz: 40 -150 Hz, einstellbar
Frequenzbereich: (IEC 268-5) 18 – 180 Hz
Maximale Verstärkerleistung: 1200 W
Farbausführungen: Schwarz Hochglanz, Weiß Hochglanz, Palisander
Zubehör im Lieferumfang: Kostenlose App BLE-Control für iOS 7 und Android 4

Fazit zur ELAC Adante Serie:

Seit dem Donald wissen wir ja, wie der Amerikaner Informationen am liebsten weiter gibt: Schnell, Fast-Food-mäßig und mit hohem Fake Anteil. Da steht die Adante Serie im Verhältnis sehr gut da, sooo primitiv sind sie nicht. Andrew Jones wäre das auch sicher peinlich. Seine Adante Serie ist eher ein zeitgemäßer Lautsprecher, schnell, präzise, ohne Wesentliches zu unterschlagen. Vom Informationsgehalt auch weit vor europäischen Politikern. Ein Highlight für alle, die Musik live, auf den Punkt kurz und hart serviert haben möchten. Für meinen Geschmack fehlt ihnen ein wenig die bayerische Gemütlichkeit, die dem Klang Zeit zur Entwicklung lässt, gerade im Vergleich zu den europäischen ELACs mit Jet Hochtöner. Da kommt schon eher "griabiger" Sound auf. Wer aber auf schnelle Verstärker steht, findet hier Spielpartner auf Augenhöhe.

elac_adante_serie

Meine persönlichen Lieblinge unter den Adantes sind die AS 61 Regallautsprecher und der überragende Sub 3070, gern auch in dieser Kombination. Die AS 61 sollten alle in die nähere Auswahl nehmen, die keine Standlautsprecher stellen können oder möchten, diese Rolle übernehmen die AS 61 nahezu bruchlos. Der Sub 3070 ist der deutlich weiterentwickelte Sub 2090 von ELAC mit deutlich zuverlässigerer App-Steuerung und einem nochmal optimierten Abstrahlverhalten, das für so gut wie jeden Raum geeignet sein sollte. Trägt nur leicht auf, ist aber schwer zu toppen, auch in der Preislage. Viel Klang und höchste Bedienerfreundlichkeit für´s Geld. Da braucht´s kein Studium um höchste Musikqualität zu erreichen.

Kleiner Tipp vom Klugscheißer: Wegen der koaxial gebauten Hoch-Mitteltöner empfiehlt es sich, länger mit der Ausrichtung der Lautsprecher auf den Hörplatz zu experimentieren. Bereits kleine Veränderungen beim Einwinkeln auf den Hörplatz haben deutliche Klangveränderungen zur Folge.

Ich kann Ihnen auch schon vorhersagen (Stand 05.06.2018), dass andere Tester die Lautsprecher noch wesentlich positiver bewerten werden als ich. Wer auf straighten Sound mit beinharter Präzision steht, wird die Adantes lieben, auch wegen ihres sozialverträglichen Preises, da hätten andere mehr genommen.

 

Elac Adante Sub 3070 kaufen - Die ganze Serie Adante AF 61, AC 61 und AS 61

 Nur kurz zur Ergänzung: Die Regallautsprecher in weiß oder palisander sowie den Subwoofer in palisander können Sie extrem günstig bei mir erwerben.

Zum Thema Werbung - das muss ich draufschreiben, so lange ich als Händler über von mir vertriebene Produkte berichte, egal, wie wahr der Bericht ist.


Sonderangebote von ELAC, Supra und anderen Firmen Angebote
Sind die Tipps vom Bonsaimacho umsonst? Spenden