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Bonsaimachos

Werbung (Anmerkung siehe unten im Text)

 

Phonovorverstärker Moon 110 LP v2 im Test

Der Österreicher allgemein (das kann man ja mal völlig vorurteilsfrei und leider nicht ohne eine Spur Rassismus anmerken) und der trinkende Österreicher (Wolfgang Ambros) im Besonderen, neigt ja im Verbalen zum Dramatisieren. Kurze Anmerkung: Das soll jetzt tatsächlich Niemanden verunglimpfen, das soll ein lustiger Einstieg werden und auch nicht die üblichen Österreicher-Klischees bedienen, die vereinzelt in Bayern noch anzutreffen sind. Das soll ein Witz werden. Und ja, ich schreib ihn langsam auf, so wegen der Völkerverständigung... Irgendwie macht´s das nicht besser. Uuups! Ein Beispiel: Der alte Hit: "Heit drah i mi ham" vom Wolferl klingt für den Deutschen erst mal nach Heimweg in betrunkenem Zustand. Da geht halt wer nach Hause und den dreht es ein wenig. Trifft den Kern aber nicht voll. Frei übersetzt heißt das: "Heut bring ich mich um!" Die typisch Wiener Depression? Nein. Auch in Österreich macht man das nicht, man redet nur drüber, das erhöht die Verweilzeit in der Kneipe und man geht mit dem guten Gefühl nach Hause, heute wieder über etwas Bedeutendes geredet zu haben. Coole Taktik. Jetzt scheißt´s Eich ned o, mia meng´s ja, de Österreicher und ihren Schmäh. Außerdem ist der Text eh vom Danzer Schorsch.

Was hat das jetzt mit Phonovorverstärkern zu tun? Nun auch da geht es um die Übersetzung geringster Spannungen in ein harmonisches Gesamtbild aus verschiedensten Sprachen heraus (RIAA- oder IEC-Entzerrung). Was labert der Mann? Machen wir ein wenig Theorie zu Schallplatten, ist ja für manche nicht ganz so Alte ein antiquiertes Medium. Im Presswerk wird ausgehend von einer Matritze ein Vinylrohling zu einer Schallplatte verpresst. Dabei wird, simpel erklärt, ein Frequenzgang abgebildet, bei dem die Höhen übertrieben und die Bässe abgesenkt verewigt werden. Das braucht es, bassseitig, um mehr Spielzeit auf die Platte zu bringen und höhenseitig, damit die Höhen nicht im Rauschen des Tonabnehmers untergehen. Der Frequenzgang ist also nicht linear, sondern verzerrt dargestellt. So was passiert in Deutschland (und überall anders auf der Welt, z.B. Österreich) natürlich nicht ohne zugehörige Norm. Das muss korrekt sein, jawoll! Dumm ist, dass es dafür mehr als eine Norm gibt, so, wie Deutsch und Österreichisch, wenn ich das Beispiel mal weiter bemühen darf. Da sind die gängigsten Bezeichnungen RIAA und IEC (was weitestgehend identisch mit DIN bzw. CCIR ist). Zudem ist das Phonosignal deutlich leiser, als z.B. das eines CD-Spielers. Man benötigt also einen sogenannten Entzerrer-Vorverstärker für das Abhören von Schallplatten. Der kann im Plattenspieler oder Verstärker verbaut sein. Wer es ein wenig verfeinert schätzt, wird einen separaten und an verschiedene Tonabnehmer anpassbaren Entzerrer-Vorverstärker zu schätzen wissen. So was schauen wir uns heute mal in erschwinglicher Form an.

Anpassmöglichkeiten des Moon 110 LP v2

Moon 110 LP v2 einstellen

"Die Wege des Herrn sind untergründig", oder so ähnlich. Steht schon in der Bibel. Wir beginnen den Test also mal von unten. Ist selten. Zunächst mal der Tipp für Spielkinder: Die Entzerrung könnt Ihr mit dem ersten Pinöbel (Dip) bei Gain einstellen. Der Stift zum Hin- und Herschalten liegt bei, ist aber nicht im Bild. Manchmal kann man auf der Platte erkennen, mit welcher Entzerrung man arbeiten sollte, wer nicht spielen will, lässt die auf RIAA, damit wurde schon in den 50er-Jahren eine Normung angeboten. Könnt Ihr ja mal probieren, ob Ihr damit noch was hörbar rausholen könnt. Kleine Warnung, das kann bei der nächsten Platte dann schon wieder genau anders rum sein.

Gain ist der Verstärkungsfaktor,da dreht man nicht einfach volle Kanne auf, da schaut man mal, dass das Signal vom Plattenspieler am Verstärker möglichst so laut kommt, wie das von einem beliebigen Hochpegeleingang (CD, Tuner, AUX...).

Die mit pF (Picofarad) beschrifteten Schalterchen kommen bei MM = Moving Magnet Systemen zum Tragen, die reagieren ein wenig empfindlich auf das Anschlusskabel bzw. dessen sog. Kapazität. Wer nicht experimentieren mag, sollte es mit 300 versuchen. Die ersten gut 100 pF gehen meist schon für das Anschlußkabel drauf. Je länger das Anschlußkabel, desto eher sind da höhere Werte sinnvoll, über 300 ist eher unwahrscheinlich, gibt es aber alles. Ach so, hörbare Auswirkungen hat diese Einstellung auf die Mitten und Höhen.

Die unteren drei Schalter für den Widerstand sind dagegen der MC-Tonabnehmerfraktion vorbehalten. MM läuft üblicherweise auf 47 Kiloohm. Grob gilt da, je weniger Widerstand, desto unpräziser und basslastiger wird das Klangbild, je mehr Widerstand, desto heller, knackiger und definierter. Falls Ihr im Netz oder der Bedienungsanleitung (der beiliegenden Flugschrift für Weicheier) einen Widerstandswert für das System in Ohm findet, nicht versuchen, den Vorverstärker direkt darauf einzustellen. Nehmt den angegeben Wert wenigstens mal 3 besser mal 10, dann passt es in etwa, da geht es nicht so genau. (Anmerkung für die wirklich Kundigen - schlagt mich nicht, irgendwie muss man sich der Sache ja nähern.) Abgesehen von schaurigen Klangbildern könnt Ihr beim Experimentieren mit den Schalterchen eigentlich nicht viel kaputt machen, es kann nur sehr laut werden, also nicht zu doll aufdrehen.

Grundsätzliches zum Moon 110 LP v2

Moon 110 LP v2 von hinten

Manchmal schreib ich auch schneller, als ich denken kann. Das Phänomen kennt Ihr sicher von den Leuten, die immer meinen: "Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich nicht höre, was ich sage?" Ist aber an sich selbsterklärend, wie man das Ding grundsätzlich anschließt: Kabel vom Plattenspieler schön links, rechts korrekt an den Input, falls vorhanden, Massekabel mit anschließen, sonst brummt´s. Dann vom Output wieder links, rechts korrekt auf einen sogenannten Hochpegeleingang des Verstärkers anschließen, nicht, gar nicht, auf Phono. Das wäre ein eingebauter Vorverstärker, da wird´s richtig laut, der erwartet geringere Spannungen. AUX, Tuner, CD, Tapeeingang, das wären die geeigneten Anschlüsse. Dann Strom ran und ab geht´s. Wer das, hier schamvoll ausgeblendete Netzteil sieht, weiß sofort, wo noch Tuningpotenzial für diesen Vorverstärker liegt.

Der Klang des Moon 110 LP v2

Moon 110 LP v2 von vorne

Und wieder den Lieblingsgag durchgebracht und zum Thema Klang ein Bild gezeigt. Weil Text aber nicht viel besser ist und ich nur anbieten kann, Euch den Moon 110 LP mal zum Testen zu schicken, hier nur eine, für österreichische Verhältnisse wenig eloquente Klangschilderung:

Mei, was soll man sagen? Natürlich merkt man sofort, dass da nicht das traurige Phono-Einbaumodul sondern ein kompetenter Spezialist am Werk ist. Für 550.- Euro ein absolut am oberen Ende der Wettbewerber rangierender Phono-Vorverstärker. Ich hab ihn mit einem Denon High-Output MC-System getestet, da war er bei 475 Ohm einen Tick besser, als bei 47 Kiloohm. Insgesamt kann man sagen, sehr detailreich, auf der sehr musikalischen Seite von eher analytisch aber nicht wirklich warm klingend. Die Bühne war etwas größer als in Europa gewohnt, ist halt ein Kanadier, die ham Platz, dafür wurden die Instrumente sehr stimmig in der Breite und Tiefe gestaffelt. Die Instrumente haben einen satten Körper, das Ganze klingt mächtig und sehr dynamisch. Für die Preisklasse mal ganz weit vorne und keine, äh, äh, Chinaproduktion. Ist das jetzt Diskriminierung von Mehrheiten, nachdem wir vorhin schon die Minderheiten in suboptimalem Licht haben erscheinen lassen? Wird denn dieser Artikel nie politisch korrekt? Nö. Also?

Kauft den!

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Werbung wird aggressiver, da feht er immer mehr, der Schmäh vo de Österreicher. Anmerkung des Verfassers: Ich verkaufe selbstverständlich gerne und vorurteilsfrei an die Damen und Herren aus Österreich und wer von Euch mir einen guten Witz erzählt, kriegt auch noch super Preise. He, ich hab nichts von Österreicherwitzen gesagt, Burgenländer tun´s auch. :-)


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