skip to main content

Bonsaimachos

Test Quadral Platinum M 40

Gleich vorweg der Grund, die Dinger zu kaufen: Weil es einfach Spaß macht, damit Musik zu hören. Die Quadral Platinum M 40 verleihen der Musik den kleinen Kick, den es braucht, um Freude aufkommen zu lassen. Die Musikstücke erscheinen immer ein wenig lebendiger und fetziger als bei den Mitbewerbern in dieser Preisklasse (1.199.- Euro pro Stück Listenpreis). Außerdem ist das einer der wenigen Lautsprecher, die mit einer Vielzahl von Verstärkerfabrikaten eine gute Kombination abgeben. Von den großen Herstellern (Yamaha, Pioneer, Onkyo, Denon & Marantz) gibt es eigentlich keinen, bei dem man sagen könnte "Geht gar nicht". Im Gegenteil, da wo Elac, selbst in der neuen Abstimmung, klar die wärmer klingenden Spielpartner bevorzugt, macht die Quadral selbst an Pioneer Elektronik, den tendenziell am hellsten klingenden Spielpartnern, einen echt starken Eindruck.

 

Wo der Pioneer versucht, Canton-Besitzer wahlweise mit schrillen Hochtönen zu entnerven oder mit schwammigem Bass einzulullen, zeigt die Platinum M 40 feinste Details im Hochton und knackig, präzise Bässe. Am anderen Ende der Skala, bringt Marantz-Elektronik Stimmen, wie gehabt, mit lieblichem Schmelz nach vorne. Von Details im Hochton bzw. satten Bässen, ist aber weder bei Quadral, noch bei Elac, denen sie noch am ehesten entgegen kommen, oder Canton etwas zu spüren. Da liegt die Vermutung nahe, dass, wo nichts ist, auch nichts heraus gearbeitet werden kann. Ich persönlich vermute, dass dies dem unseligen Aufkauf von Marantz durch Denon geschuldet ist. Seitdem beobachte ich ein permanentes Nachlassen der Verarbeitungsqualität beider Firmen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihre Marantz/Denon-Komponenten noch innerhalb der Garantiezeit nur noch fröhlich blinken, sich aber nicht mehr bedienen lassen. Da sind Sie nicht allein mit dem Problem. Ist aber leicht zu beheben (Wer würde einen bekannten Fehler vermuten?), jedenfalls haben Sie Ihre Geräte meist schon nach einer Woche Reparaturzeit zurück. Der Fehler kommt, falls Sie das beruhigt, bis in höchste Preisklassen vor.

 

Mir persönlich gefällt die Kombination mit Yamaha-Verstärkern am besten. Da knallt Popmusik richtig und auch Geigen sind von Bratschen präzise zu unterscheiden, weil die Hochtonauflösung für die Preisklasse excellent ist. Unter einem A-S 701 würde ich nicht einsteigen, das ginge zwar technisch, weil die Lautsprecher einen guten Wirkungsgrad haben, da hat aber die Verarbeitung auch bei Yamaha ihre Grenzen, das heißt, das Klangpotenzial der Lautsprecher wird bei Weitem nicht ausgeschöpft. Ab einem A-S 1000 macht´s richtig Spaß. Als Obergrenze für Verstärker (Ehe ich zu deutlich teureren Lautsprechern raten würde.) sähe ich die Monoblöcke von Advance Acoustic X-A 220 im Class-A-Betrieb. Wobei auch hier gilt: Der Verstärker kann nicht stark genug sein, um besten Bass bei leisen Lautstärken zu erzielen. Audiolab Verstärker mögen auch einen Hörversuch wert sein und sind zudem preisgünstig.

 

Wir waren aber bei Gründen stehen geblieben, die Quadral Platinum M 40 zu kaufen. Der WAV (Womens Acceptance Factor) ist sehr gut. Die Dinger sind für das Bassfundament erstaunlich klein, sehen mit der magnetisch befestigten Abdeckung harmlos und ohne echt martialisch aus. Optisch 1 A.

Quadral Platinum M 40 Bild:

 Quadral Platinum M 40

 

© Quadral

Quadral selber macht folgende Angaben zu den Platinum M 40

Typ: 3-Wege

Prinzip: Druckkammer/Bassreflex

Nenn-/Musikbelastbarkeit (W): 160/240 W

Übertragungsbereich (Hz): 28...50.000 Hz

Übergangsfrequenz (Hz): 320/2450 Hz

Wirkungsgrad (dB/1W/1m): 89 dB

Für Verstärker (Ohm): 4...8

Hochtöner: RiCom-V

Mitteltöner: 135 mm Ø Alu

Tieftöner: 2 x 170 mm Ø Alu

Maße (HxBxT): 1000,4 x 210 x 317,5 mm

Gewicht: 22,4 kg

Garantie: 5 Jahre

Mehr Info: Quadral-Homepage

 

Quadral Platinum M40 kaufen

 

Die Verarbeitung ist für die Preisklasse im üblichen Rahmen der besseren Hersteller. Erwähnenswert erscheint mir der ringstrahlende Hochtöner, den ich zuletzt in auffallend ähnlicher Ausführung bei Burmester sah. Damit soll ein größerer Bereich erschlossen werden, in dem ein Stereo-Eindruck entsteht. Das klappt - Puristen mal kurz wegschauen (Ich weiß auch, was ein "sweet-spot" ist) - recht gut, zumal der Hochtöner auch sehr detailreich auflöst.

 

Das bringt uns zum Thema Aufstellung, die, was den Hochtöner angeht, recht unkritisch ist. Da die M 40 aber ein echtes Bassfeuerwerk loslassen kann, schadet Wandabstand auf keinen Fall. Je nach Raum sollten wenigstens 20 cm, eher 30-40 cm Platz nach hinten und zu Seitenwänden gelassen werden. Der Lautsprecher kommt, auch freistehend, mit größeren Räumen zurecht (jenseits der 30 qm). Auf 12 qm ist sie nicht wirklich zu Hause, außer man will die volle Dröhnung.

 

Mehr Augenmerk als üblich sollte man auf die Verkabelung richten. Die Bi-Wiring-Terminals sind (an sich keine typische Quadral-Krankheit) sowohl für Kabelschuhe als auch für Bananas eine Krankheit, so lange man die elenden Kabelwürschtel drin lässt, die Quadral als Brücken zwischen Tief- und Hochtonterminal mit liefert. Irgend ein Schlaumeier hat die Bohrung für den Anschluss von abisolierten Lautsprecherkabeln einen Tick zu weit weg von der Anschlussbasis am Gehäuse angebracht. Die mit gelieferte Brücke (ein winziges Stück an beiden Seiten abisoliertes Lautsprecherkabel)  blockiert daher, wenn sie durch die Bohrung geführt wird, den Schraubweg der Anschlussklemmen schon vor dem Kontakt mit dem Widerlager am Lautsprecherterminal selbst. Das passiert so früh, dass dahinter angebrachte Kabelschuhe in U-Form, keinen Anpressdruck mehr abbekommen und glatt rausfallen. Bananas werden, wenn man nicht mehrfach stochert, ebenfalls ohne guten Kontaktschluss gebremst. Da hilft nur der Anschluss des blanken Lautsprecherkabels, ohne weitere Kontakthilfen, oder Bi-Wiring. Das ist zwar ärgerlich, zählt aber zu den lösbaren Problemen und sollte nicht vom Kauf abhalten.

 

Die Positivliste der Eigenschaften überwiegt bei diesem Lautsprecher nämlich deutlich:

Sie ist die Königin der Zimmerlautstärke, das heißt, selbst bei relativ schwachbrüstigen Verstärkern liefert sie einen satten, präzisen und tiefen Bass, ohne basslastig zu sein. Die Abstimmung ist recht ausgewogen mit einem leichten Hang zum wärmeren Klang. Sie hat dieses leicht knackige Ploppen, das den Instrumenten Drive verleiht und der Musik Taktung. Dynamiksprünge bildet sie vom Feinsten ab. In meinen Augen in dieser Preisklasse ein echter Überflieger für den ambitionierten Allround-Hörer. Popmusikhörer haut sie sowieso um, Klassik-Freaks finden in den Chromium-Style-Serien von Quadral eventuell noch feiner auflösende Hochtöner. Bis, ja, bis die Orgel einsetzt. Dann punkten die Platinum M 40 wieder mächtig und der geneigte Klassikhörer wird feststellen, dass optimale Hochtonauflösung und voller Druck im Bass doch noch etwas mehr kosten. Da werden sie nämlich erst in der Aurum-Serie (Fachhandelsserie von Quadral) fündig.

 

Meine Empfehlung: Auf jeden Fall anhören.


Sonderangebote von ELAC, Supra und anderen Firmen Angebote
Sind die Tipps vom Bonsaimacho umsonst? Spenden