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Bonsaimachos

Wir bauen einen Roon Core aus einem Intel NUC selber

 

Roon selber erklärt es, Intel hilft mit Update Anleitungen, Kollegen geben gute Tipps, was braucht es da noch den Bonsaimacho? Nun ja, ich will mich natürlich selber loben, denn die Methode, mal auszuprobieren, wovon man da erzählt, bewährt sich, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, doch immer wieder. Ihr kennt gewiss meine Beschreibungen zum ELAC Discovery Music Server DS-S101-G mit der Hartz-4-Roon-Lizenz namens "Roon Essentials". Das ist mal ein gutes und preiswertes Mittel, einen auf die Roon-Funktionen anzufixen. So ein gelernter Bonsaimacho, wie ich, fällt da natürlich voll drauf rein und denkt sich, da geht noch was. Wie schaut´s denn mit einem "echten" Roon-Core und der Volllizenz aus? Hmm, wenn der Geldbeutel groß genug ist, no problem. Ein Roon Nucleus (der Roon-eigene Core) kostet mal schlappe 1.500.- Euro, beim Nucleus plus ist man mit 2.600.- Euronen dabei. Da erscheint der Selbstbau mit, im Prinzip veralteten Bauteilen, die entsprechend günstig sind, doch erst mal attraktiv. Leider, so viel sei vorweggenommen, gestaltet sich das Ganze nicht so simpel, wie erwartet.

Die Auswahl der Bauteile für einen Roon Core:

If in doubt - lasst nur Euren Händler in Ruhe - fragt beim Hersteller. Das Konzept ist schlicht und attraktiv: Roon selber gibt Euch Tipps, wie man mit einem Intel NUC, einer SSD-Karte, einem Speichermodul und der Gratissoftware Roon Rock einen Roon Core selber bauen kann. Die erste Hürde ist eine sprachliche, die Anleitung ist auf Englisch: https://kb.roonlabs.com/Roon_Optimized_Core_Kit

Darüber hinaus lassen sich relativ gute Übersetzungen und Anregungen auf Deutsch auch finden, das ist aber die offizielle Quelle der Weisheit. Ihr werdet feststellen, dass dortselbst ausdrücklich und mehrfach betont wird, dass die Funktion von Roon eher auf älteren als auf den neuesten Bauteilen getestet ist und nur für diese sicher feststeht, dass nachher auch alles wie gewünscht läuft. Also Obacht bei der Komponentenwahl, lest das Ganze sorgfältig und mehrmals. Keine Schnellschüsse.

Meine Wahl fiel, letztendlich auch ob der Verfügbarkeit - schließlich kaufen wir hier ja alle keinesfalls bei diesen riesigen Onlinehändlern mit der höchst fraglichen Steuermoral, zumal es reichlich Alternativen gibt, die ihre Steuern in Deutschland entrichten - auf folgende Komponenten:

einen Intel NUC8BEH mit einem Core i7 der achten Generation

eine 128 GB SSD von Gigabyte namens NVMe M.2 2280

und ein Speichermodul von Crucial mit 8 GB DDR4 - 2666 (S0DIMM 1.2V CL 19)

Die haben zusammen etwa 600.- Euro gekostet.

Um jetzt niemanden zusätzlich zu verwirren, erspar ich Euch die Erläuterungen, was man bei der Komponentenauswahl alles falsch machen kann. Das ist bei Roon erläutert, setzt aber ein wenig Wissen über PC-Bauteile und deren Anschlüsse voraus. Wenn ich jetzt noch anmerke, dass es da auch um die Dicke geht, erwarten, die Ersten ja schon wieder sexistische Witze von mir. Ich meine, es lohnt sich schon, mal darüber nachzudenken, warum sich Sumoringer eigentlich die Beine rasieren. Aber ich würde nie, niemals behaupten, das sei, um nicht für Feministinnen gehalten zu werden. So ein Niveau wird hier nicht geduldet. Das ist frauenverachtend und widerlich. Die Bauteile im NUC dürfen eine gewisse Höhe nicht überschreiten, der NUC hat nicht direkt  Stadionformat. Das mein ich mit der Dicke.

Warum die "große" Roon Ausstattung mit i7 Core? Roon bietet sehr geile DSP-Funktionen zur Klangregelung auf wirklich hohem Niveau, an denen man nur Freude hat, wenn man einen schnellen Prozessor hat. Bei einem i3 wäre auch die Anzahl verfügbarer Titel begrenzt. Das muss angesichts der eh günstigen Bauteile (weil Auslaufmodelle) nicht sein. Der soll ja auch zukunftssicher sein.

Montage der Bauteile für einen Roon Core

Die Montage der Hardware gestaltet sich für alle, die einen Schraubenzieher richtig herum halten können als simpel. NUC aufschrauben, dann gibt es nur zwei jeweils auch logische Plätze für die einzelnen Komponenten. Reinstecken, andrücken, zuschrauben, fertig. Wer hier feststellt, dass die Steckplätze irgendwie nicht so nach den gekauften Bauteilen aussehen, hat den Roon Artikel nicht aufmerksam genug gelesen und/oder die von mir genannten Komponenten nicht bekommen. Dann, zurück auf Start. Ansonsten schaut es so aus:

/Intel NUC mit SSD und Speichermodul offen

Links, das Blaue ist die SSD, rechts das Grüne, der Speicher. Der ganze NUC ist nur etwa 12 cm breit, trägt also nicht wirklich auf.

Öffnen kann man ihn von unten her:

Intel NUC von unten

Da reicht ein Kreuzschlitzschraubendreher.

Die Roon Rock Software aufspielen

Ab hier wird´s heiter, da versagen nämlich die leicht zugänglichen Anleitungen im Netz. Wir gehen trotzdem nach der Roon eigenen Anleitung vor, weil wir sonst die Roon Rock Software nicht finden. Die gibt es hier zum Download mit Installationsanleitung: https://kb.roonlabs.com/ROCK_Install_Guide

Bonsaimachos glauben viel, aber nicht alles. An sich funktioniert das alles flüssig, bis zu dem Punkt bei der Installation, wo man am NUC den USB-Drive als Pfad für das Booten der Software angeben soll. Bei mir erschien die Option LAN, LAN oder LAN. Das ist jetzt übertrieben (nur 2 Mal), läuft aber auf LAN raus, kein USB angeboten. Großartig, zumal nicht mal die klassische Männervariante, mal alle verfügbaren Knöpfe gleichzeitig und/oder nacheinander zu drücken, fruchtet. Zum Stichwort "nicht fruchtet" fällt mir die klassisch bayerische Verführungstechnik ein, der am Land weit verbreitete Spruch: "Buck di Zenzi, I mog di fruchten." Ein Garant für Mißerfolg, aber immer wieder lustig und wenn man genug trinkt, auch immer wieder neu. Hey, das wollten wir doch lassen.

Egal, jedenfalls muss man an dieser Stelle auf die Idee kommen, den NUC abzudaten. Da hilft Intel mit Download und falscher Updateanleitung leider nur eingeschränkt. Falls es Euch hier: https://downloadcenter.intel.com/de/product/70407 gelingen sollte, das richtige Update für Euer Betriebssystem zu identifizieren und herunterzuladen, wird es gleich drauf richtig skurril. Sagen wir mal Ihr seid Fuchs genug, das Update mit der Endung .bio auf einen korrekt formatierten USB-Stick zu bannen und es nach Intel Anleitung zu flashen, tritt recht kurzfristig der leider nur eingeschränkt lustige Fall auf, dass Euch der NUC via Bildschirm erklärt, er könne die Datei nicht lesen. Bevor Ihr jetzt wieder alle Knöpfe drücken müsst, der Hinweis: Mit der F2 Taste kommt Ihr beim Booten des NUC in dessen Bios. Dort gibt es eine Updatefunktion für das BIOS, die offensichtlich so neu ist, dass Intel nichts davon weiß. In deren Anleitungen wird die nicht erwähnt. Benutzt Ihr nun die Updatefunktion des BIOS, kann er plötzlich dieselbe .bio Datei auf dem Stick lesen, die ihm vorher fremd vorkam. Wunder der Technik.

Kleiner Exkurs, weil wir gerade im NUC Bios sind:

Das hier Beschriebene ist an sich hilfreich, weil es die Bootreihenfolge ein für allemal klar zieht in Richtung Roon Core, aber nicht absolut notwendig. Weil wir halt schon drin sind, stellt doch bitte folgende Parameter richtig ein:

UEFI Boot schalten wir aus (wir booten ja vom USB-Stick)

Die M2.SSD Karte, die wir ja gerade eingebaut haben, setzen wir auf Nummer 1 beim Booten (da landet die Information vom USB-Stick und wird zukünftig dort abgerufen)

In der fortgeschrittenen Boot Konfiguration kontrollieren wir folgende Einstellungen:

Boot USB device first auf enable setzen (falls es das nicht schon ist)

Suppress Alert Messages at boot ebenfalls auf enabled

Network/LAN/Pixie boot stellen wir auf disabled

Dann den ganzen Spaß sichern und das Bios verlassen. Wer noch nie an so einem Bios rumgespielt hat, diese Anleitung für zu vage hält usw. riesen Tipp - lasst die Finger weg, hier kann man es wirklich verkacken. Als Erstlingswerk ist die Installation eines NUC Rooncores schon eine eher anspruchsvolle Aufgabe.

Um aber nicht so negativ rüber zu kommen. Ihr könnt auch ein gutes Werk tun und den Bonsaimacho sponsorn. Für 200.- Euro brutto zuzüglich der Bauteilkosten (NUC, SSD, Speicher) bau ich Euch einen funktionierenden Roon Core zusammen. Das gilt natürlich nur unter der Voraussetzung, dass die Bauteile auch kompatibel zu Roon Rock sind. Logo beschaff ich die Bauteile auch wenn´s sein soll und bezahlt wird, da hab ich harte Söldnermentalität. Einfach mal anrufen: Tel. 08124 528225.

Jetzt aber wirklich - Die Roon Rock Software aufspielen:

An sich kein Problem, da ja jetzt der USB-Stick zum Booten angeboten wird, sind wir wieder auf dem Stand der Roon-eigenen Anleitung. Das funzt perfekt, aber Achtung Roon ist jetzt scharf. Das heißt, ab dem Moment, wo ihr den Roon-Core an eine Netzwerkleitung hängt und einschaltet, könnt Ihr ihn über die Roon-Software mit Eurer NAS verbinden um die dort gespeicherten Titel zu scannen und Euch Roon-mäßig aufbereitet zu servieren. Das ist nicht ohne Tücke und erfordert aus meiner Sicht, dass Ihr Euch vorher ein wenig mit Roon und seinen Funktionalitäten auseinandergesetzt habt. Das Zusammenbauen ist damit abgeschlossen.

Roon Core in Betrieb

So schaut er aus, der aus einem NUC selbstgebaute Roon Core, wenn er in Betrieb ist.

Genie und Wahnsinn - die Tücken von Roon:

So, da dürft Ihr jetzt alle mal mitmachen - Wer vermeidbare Erfahrungen mit Automatismen bei Roon gemacht hat, die man im Vorfeld ausschließen könnte, ist hiermit gebeten, mich an seinem Wissen teilhaben zu lassen und zwar in einer Form, die es anderen, die diesen Artikel lesen ermöglicht, gleich vernünftig in Roon einzusteigen. Als Credit werden Eure Tipps dann mit Nennung des Vornamens des Tippgebers/der Tippgeberin (falls ich nach den letzten peinlichen Scherzen noch Damen im Publikum habe) hier veröffentlicht.

Wir wollen hier nicht diskutieren, ob Roon sein Geld wert ist 700 US Dollar für eine lebenslange Lizenz ist schon kernig. Es gibt aber eine 14-tägige Gratisprobephase, jährliche Zahlungen als Option... Ich persönlich finde Roon überträgt mit einer hervorragenden Klangqualität und hat, gerade, wenn man sich auf die Roon Funktionen einlässt, die aus einem Musikdienst, wie Tidal oder Qobuz zum eigenen Musikgeschmack "passende" Titel aussuchen, durchaus das Potenzial, den musikalischen Horizont in erfreulicher Weise zu erweitern. Wer gesundheitlich in einem Zustand ist, bei dem man früher den Kauf einer Langspielplatte als optimistisch angesehen hätte, kann ja zu kürzeren und damit günstigeren Zahlungsintervallen greifen.

Kommen wir zu den kleinen Gemeinheiten von Roon.

1.) Roon läuft, je nachdem, wo man es aufbaut, nicht leise.

Der NUC hat einen Lüfter, den ich mich auch nicht trauen würde, abzuschalten, NAS-Laufwerke machen Geräusche usw. Da muss man verstehen, wie das System läuft. Der Core und die NAS Platten müssen keineswegs in dem Zimmer stehen, wo die Musik gespielt wird. Den Lautsprechern, Vorverstärkern, Streamern... die als Roon Endpoint dienen, reicht ein Netzwerkanschluss im Heimnetz, um auf den Roon Core im selben Netz zugreifen zu können. Man kann also den Core nebst NAS usw. ruhig in ein "lautes Kämmerchen" auslagern, dann stören sie den Musikgenuss nicht.

Wer seinen Roon Core unbedingt im Arm halten möchte - geht auch. Dafür werden im Zubehörhandel lüfterlose = leise Gehäuse angeboten, wie z.B. dieses, das ich allerdings nicht getestet habe:

https://www.minipc.de/de/catalog/il/2612?gclid=EAIaIQobChMImYCh4f_V5gIV2ON3Ch3btguLEAAYASAAEgJEL_D_BwE

2.) Roon verfügt über computergestützte Intelligenz - wir nicht.

Nun äh, wenn Sie wissen, was ich meine äh. Nehmen wir das schöne Beispiel der Autokorrektur. Ein Quell reinster Freude. Leider will ich meistens überhaupt nicht das Schreiben, was mein Smartphone meint, dass ich schreiben möchte. Das ist nicht völlig konfliktfrei und führt zu Rechtschreibfehlern, wenn die Autokorrektur aus ist. So ähnlich ist das bei Roon auch. Selbst gebrannte CD´s enthalten ja oft die besten audiophilen Schätze in perfekter Zusammenstellung. So was mag Roon gar nicht. Meine sorgfältigst kompilierte (geiles Wort) Test CD hat jetzt noch 9 Titel hatte mal 25, mochte Roon aber nicht und hat nach seiner, mir nicht wirklich zugänglichen Logik, die restlichen Titel, die ich, wenn ich auf die NAS schau auch alle noch im entsprechenden, auch Roon bekannten Ordner finden kann, heiter über das ganze Programm verteilt. An sich schon noch da, nur halt nicht aufzufinden - für mich. Was mir als Ansatzpunkt für Kritik an sich genügt. Dumm aber evtl. nicht unvermeidbar.

Bonsaimachos scheren sich natürlich nicht um Anleitungen, wir kennen uns aus. Außerdem beantworten Männer einfach Fragen halt auch einfach, ohne sich um die Konsequenzen zu kümmern, oder vorher überhaupt drüber nachzudenken: "Schatz, wie findest du meine neuen ... Fangfrage! Ja nicht unüberlegt antworten. Genau so verhät sich Roon. Ich will jetzt nicht behaupten, dass Roon bei seinen Überlegungen die Logik nicht im Weg stünde, die Titel sind sicher an eine ganz logische Stelle verschwunden, nur ist die Roon Logik halt nicht meine Logik. Ehepartner werden das kennen. Roon hat jedenfalls gefragt, wo meine Musikdateien liegen, ich hab meine NAS angegeben und fort waren sie, die Titel. Roon geht nämlich die Datenbank durch und sortiert, wie nur Roon sortiert, die Titel "logisch" zu. Da hilft es dir gar nichts, den Ordner mit dem Selbstgebrannten aufzumachen, da ist nicht unbedingt drin, was früher drin war. Merken tut (Grüße an Stephan) man das erst, wenn die mehr als 30.000 Titel eingelesen sind, was schon mal ein, zwei Tage dauert. Vielleicht hätte man es ändern können, wenn man sich vorher damit beschäftigt hätte, wie Roon Titel einliest und man entsprechend in der Roon Software nicht darauf. vertraut hätte, dass die Roon Präferenzen schon den eigenen entsprechen werden. Da konnte bzw. kann man später immer noch auswählen, dass Roon sich an die Nutzerpräferenzen hält - glaub ich jedenfalls, und test ich auch nicht, weil´s mich nervt. Daher der Tipp, schaut vorher, wie eingelesen wird, sonst dauert´s wieder einen Tag, bis Roon fertig vorbereitet ist. Man kann die eigenen Ideen zumindest vorschlagen. Ist halt so ne Art Roon Partnerschaft.

3.) Ein Kunde von mir wollte die eigenen, auf der NAS hinterlegten Liedtexte in Roon verfügbar haben:

Wer weiß, wie man das schafft (sind MP 3 Tags), möge mir Bescheid geben. Roon greift da leider immer auf das Internet zu, dann fehlen wieder 40 % der Texte.

Fazit: Es bleibt alles anders.

Die gute Nachricht. Seit der Installation läuft der Roon Core stabil und hat auch noch nie so weit die Verbindung zum Internet verloren, dass man ihn neu starten musste oder so was und das trotz Fritzbox. Der Klang ist allerfeinst. Noch sind nicht alle Titel wieder aufgetaucht aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben.

Ich hab sogar noch eine Anleitung im Netz gefunden (danke an Axel), die der Wahrheit, wie man den Spaß gleich zum Laufen bringt, sehr nahe kommt:

https://audiophilestyle.com/ca/ca-academy/the-definitive-guide-to-roon-optimized-core-kit-rock-r652/

Leider wieder auf Englisch aber das wolltet Ihr ja eh demnächst lernen, weil´s fast überall auf der Welt hilft.


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