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Bonsaimachos

Kurztest T+A TCD 410R

Ein 2-Wege-Lautsprecher für 3.200 Euro Paarpreis. Gehört in meinem Wohnzimmer (46qm) an einem Denon PMA 1520 mit 200 W Sinusleistung. Zuspieler wahlweise ein Laptop per USB über einen TEAC UD-H 01 mit nativem DSD bzw. einem DVD 3910 von Denon. Verkabelung Monster Cable mittlerer Preisbereich (so bis 150.- €).

Der Test war insofern interessant, als ich die Anlage vorher länger mit meinen alten T+A Stratos P22 gehört hatte. Das sind uralte 3-Wege-Lautsprecher, die nominell fast die selben Werte aufweisen. 100 W sinus an 4 Ohm und 23 - 35.000 Hz, hinten geschlossenes Gehäuse mit Bassreflex nach vorne raus. Weil sie deutlich mehr Volumen als die TCD 410R haben und diese "nur" bis 35 Hz runter spielen sollen, war ich sehr gespannt auf das von T+A angekündigte Bassfundament einer größeren Standbox.

Um es gleich deutlich zu sagen: Die Transmissionline der TCD 410R leistet Erstaunliches. Der erste Eindruck war - wow, hat hier wer den Bass zugeschaltet. Ein kurzer Check mit einem 20Hz Sinuston von der Test CD ergab deutliche Vorteile für die TCD 410R im Tiefbass. Der Schalldruck lag bei 20, 30 und 40Hz deutlich über dem meiner alten Stratos. Offenbar macht die Transmissionline genau, was sie soll - extremen Schalldruck bei äußerster Präzision.

Weil ein tiefer noch lange kein präziser Bass sein muss, habe ich die TCD 410R mit diversen Bassläufen von Test CDs und meinen Referenztiteln zum Boxen-checken traktiert. Ergebnis: Hoch präzise, immer auf den Punkt und leicht in den Dimensionen preisgleicher Standlautsprecher. Ich hab ehrlich versucht, den Teilen eine "Langsamkeit" im Bass nachzuweisen, die ich bei einer Transmissionline-Konstruktion erwartet hätte. Es ist mir nicht gelungen. Ich würden den Lautsprechern eher einen "warmen Klang" attestieren, der sie, für meinen Geschmack, musikalischer als manch andere T+A Box macht.

Im Mittel- und Hochtonbereich wird der Vergleich mit den alten Stratos natürlich vollends lächerlich, hier setzen sich die besseren Bauteile und die aufwändigere Gehäuseverarbeitung souverän durch. Die Konturierung der einzelnen Instrumente, der weite Bühnenaufbau und die Durchhörbarkeit auch kleiner Details sind nur als high-endig zu bezeichnen. Schön fand ich, dass, für T+A durchaus nicht typisch, die Musik nicht so seziert wurde, dass schlechtere Aufnahmen zur Qual werden. Bei diesen Lautsprechern muss man sich nicht entscheiden, ob man Musik- oder High-End-Fan ist. Die machen einfach Spaß.

T+A TCD 410R Bilder:

T+A Criterion TCD 410R

 

 T+A TCD 410 R Lautsprecheranschluesse

 

Tatsächlich großartig ist die Stimmwiedergabe. Das ist die Königsdisziplin bei T+A und hier, firmentypisch, genial gelöst. Ich bin von diesen Lautsprechern wirklich begeistert und halte sogar den Preis für der Leistung absolut angemessen.

Einige kleine Tipps zu den Lautsprechern möchte ich noch loswerden: Das sind, obwohl nicht riesig, definitiv keine Regallautsprecher. 50 cm Wandabstand schaden sicher nicht, ein Ständer ist hilfreich. Der Verstärker sollte durchaus stromstark sein, d.h. wenn ich den vollen Bass bei Zimmerlautstärke haben möchte, kann der Verstärker nicht groß genug sein. Alltagstauglich finde ich, dass die Box auch leise hoch präzise spielt. Echte Stimmung kommt schon auf, ehe man die Nachbarn kennen lernt.

Die T+A Aussage mit dem Bassfundament großer Standlautsprecher sollte man auch berücksichtigen, wenn man einen kleinen Hörraum hat. 40 Quadratmeter beschallt sie mit Leichtigkeit, ein Hörabstand von 2 Metern Minimum wird auch von T+A empfohlen. Das kann ich unterschreiben. Ich hatte schon das Vergnügen, mit einer TCD 210 S spielen zu dürfen, da ist es schon fast Pflicht, einen großen Hörraum zu haben, außer man ist basssüchtig. Ein Anwinkeln auf den Hörplatz ist nur bedingt notwendig - der "sweet spot", an dem man den vollen Stereoeindruck gewinnt, ist sehr groß. Offenbar strahlen die Hochtöner sehr weit gefächert ab.

Das windige Bi-Wiring-Terminal, das einem aus viel billigeren Lautsprechern bekannt vorzukommen scheint, funktioniert besser als erwartet und nimmt auch 6 mm Kabel auf. Sollte nicht vom Kauf abhalten, nimmt aber etwas vom sonst extrem wertigen Eindruck.

Mein Fazit: Wer die Überlegenheit von 2-Wege-Sytemen in der Raumabbildung mit dem Bassfundament einer guten Standbox kombinieren möchte, sollte die TCD 410R auf jeden Fall in die engere Wahl ziehen. Leider gibt es keine mir bekannten Tests zu den Lautsprechern, was ihre Verbreitung unnötig einschränken wird. Ich behalte sie jedenfalls erst mal.

Maße: H x B x T = 41 x 25 x 30 cm

Mehr Info: http://www.taelektroakustik.de/index.php?id=122

 

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