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Bonsaimachos

Werbung ? (Anmerkung unten im Text)

 

Test Klipsch RSB 8 Soundbar plus 2 RW 1 als Surround Set

 

Sono. (Gesundheit) hat´s vor gemacht, alle machen mit - sprach der Lemming. Ob das in den Abgrund führt, wollen wir heute mal ausprobieren. Um es gleich vorweg zu nehmen, da ist schon die Grundidee technisch kaum zu verwirklichen. Warum? Weil die Kombination aus einer Soundbar vorne und 2 Effektlautsprechern hinten nicht besser ist, als die eines komplett drahtlosen 5.1 Systems. Die gibt´s aber auffällig selten, weil der Surroundsound "in time" zum Bild berechnet wird und die Übertragung via Funk im Original nicht vorgesehene Verzögerungen im Millisekundenbereich mit sich bringt, die zu eliminieren eine bisher nicht perfekt gelöste Aufgabe für die Ingenieure bleibt.

 

Dem "Virtual Dolby Surround", das auf vielen Soundbars läuft, ist die Lösung aber überlegen, weil ich ja hinten ortbare Schallquellen habe. Exkurs: Virtual Dolby Surround kurz erklärt. Grob gesagt trennt VDS am Abspielgerät den linken und rechten Kanal effektiv voneinander, dadurch entsteht eine klare Links-Rechts-Zuordnung, weil unsere Ohren mit Ortung darauf reagieren, welches Schallsignal wegen der kürzeren Laufwege schneller am linken oder rechten Ohr ankommt. Den Lautstärkeunterschied zwischen dem ankommenden Direktschall und dem von den Wänden reflektierten Schall (leiser), der am Ohr ankommt, interpretiert unser Gehirn als Raum, ähnlich einem Echo in den Bergen. Leider auch ähnlich unpräzise von der Ortung, was VDS, neben einigen Einschränkungen im abgebildeten Frequenzspektrum  zu einer zweitklassigen Lösung für Surroundsound degradiert.

 

So weit die Theorie, die Frage ist aber, wie man das in der Praxis merkt, wenn man keinen Vergleich hat. Was nämlich trotzdem leidlich funktioniert ist, dass der berühmte Hubschrauber von links vorne nach rechts hinten durch´s Bild fliegt. So ein Set aus Soundbar und drahtlos angekoppelten Effektlautsprechern funktioniert ein wenig anders. Da wird per Software den hinteren Lautsprechern eine minimale Zeitverzögerung verpasst, die unsere Ohren als "Raum" wahrnehmen. Vorteil eines solchen Systems ist, dass ich die hinteren Effektlautsprecher auch in anderen Räumen und mit eigenen Musikquellen betreiben kann, sind sie doch leicht abkoppelbar und dann einzeln oder als Stereopaar nutzbar. Siehe den Test der RW 1 separat.

 

Testen wir zunächst die Virtual Dolby Surround Soundbar alleine.

 

So schaut die Klipsch RSB 8 Soundbar aus - sieht man schon, verdeckt nicht das Bild des Fernsehers:

 

klipsch_rsb_8_frontansicht

 

Was kann die "kleine" der Klipsch Netzwerk Soundbars? Man kann Sie per WLAN ins Heimnetzwerk einbinden, dann stehen Streamingdienste, wie Spotify, Internetradio und ein Zugriff auf die hauseigene NAS (Netzwerkfestplatte) zur Verfügung. Außerdem kann man sie per Lichtleiter an den Fernseher anschließen. So weit kommt selbst die teurere Sono. (Gesundheit) Playbar mit. Ein wenig eng wird es für die Teuerste dann, wenn es darum geht, hoch auflösende Audioformate, wie Dolby Digital HD zu übertragen. Die werden ausschließlich über HDMI übertragen, den Anschluss hat nur die Klipsch. Als weitere Vorteile gegenüber der Teuersten wären ein Bluetooth-Empfänger, ein 3,5 mm Klinkeneingang, ein HDMI-Ausgang, eine Infrarot Fernbedienung und ein drahtloser Subwoofer zu nennen, den man sich bei (Gesundheit) nochmal mit 799.- Euro UVP bezahlen lässt. Ausstattungsmäßig schon mal gut und mit 100 Watt Dauerleistung wohl auch für größere Wohnzimmer geeignet:

 

ausstattung_klipsch_rsb_8

 

Für alle, die sich fragen, ob sie Ihre 5.1 Anlage mit den großen Standboxen ohne Klangverluste durch so eine Kombi ersetzen können, nur weil die Frau nervt, gleich mal die Antwort: Nein! Neue Frauen gibt´s hier. Spaß bei Seite, wie klingt die Klipsch RSB 8 Soundbar alleine? Überraschend gut für den Preis. Auffällig ist die sehr gute Sprachverständlichkeit, die man per Druck auf die "Dialog" Taste sogar noch steigern kann. Das schiebt die Dialoge bei normal abgemischten Filmen (z.B. "Spooks" oder "Alien Covenant") eigentlich zu weit in den Vordergrund, ist aber bei Klassikern der effektlastigen Abmischung, wie z.B. der "Batman The Dark Knight" Trilogie absolut hilfreich. Muss man wirklich nur zuschalten, wenn die Dialoge schlecht rüber kommen. Als nächstes fiel mir der Bass positiv auf. Auffällig schnell und präzise, nicht das übliche, lang nachschwingende Gewummer, um das letzte aus den Explosionen raus zu holen. Mit dem unauffälligen Zwergbass kann man sogar ganz anständig Musik hören, eigentlich keine Domäne von Soundbars. Natürlich fehlt gegenüber den deutlich voluminöseren Vollbereichssubwoofern (bis 20 Hz runter), der letzte Tiefgang, auf 16 qm dennoch sehr beeindruckend. Natürlich kann man via Fernbedienung dem Subwoofer noch mehr Dominanz verleihen, mir gefiel aber die "out of the box" Abstimmung wirklich gut, vielleicht auch, weil der Raum nicht groß war.

 

Subwoofer der Klipsch RSB 8 von vorne und von unten:

 

klipsch_rsb_8_subwoofer

 

Damenfreundlich tät ich sagen.

 

basslautsprecher_der_klipsch_rsb_8

 

Wie sagt man über sein bestes Stück? Klein, aber effizient. Mann oh Mann, das ist jetzt wieder dieses Niveau, wo man erwartet, dass als nächstes diskutiert wird, wie Calvin die Männer dazu gebracht hat, oben über ihren Schniedel "KLEIN" zu schreiben, wo früher Schiesser stand. Da mach ich echt nicht mit.

 

Kommen wir zum Hoch- und Mitteltonbereich. Die Mitten hatten wir ja bei der Sprachverständlichkeit schon etwas gestreift, für die Preisklasse, sehr gut. Den "nur" guten Hochtönern fehlte in meinen Ohren die letzte Brillianz. So dieses helle Klirren, wenn bei der Ballerei die Patronen ausgeworfen werden, können einige nur etwas teurere Soundbars besser. In meinen Augen gelungen wurde hier versucht, nicht nur basslastig abzustimmen, wie es gerade Böse seinen Kunden gerne zumutet. In der Demo im Laden fällt das bei denen noch nicht mal so auf, weil da speziell angepasste Demotracks mit starken Höhen laufen, spätestens zu Hause ist der Unterschied aber eklatant. An der RSB 8 gibt es eigentlich nicht viel zu nörgeln, für 599.- Euro UVP macht sie ihre Sache gut bis sehr gut. Im Stereobereich für Musik spielt sie sogar in der allerobersten Liga für diese Preisklasse.

 

Damit man sieht, wo ich Knöpfchen gedrückt habe, die Fernbedienung der RSB 8:

 

fernbedienung_klipsch_rsb_8

 

Wieder Knöpfchen gedrückt, diesmal die "Surround" Taste. Wie eingangs bereits beschrieben, springt die links-rechts-Ortung geradezu auseinander, so wie man die Taste berührt. Sitzt man nicht unmittelbar an der Wand, kommt durchaus der Eindruck auf, da passiere was hinter einem, all zu brilliant ist die Unterscheidung zwischen links und rechts hinten allerdings, systembedingt, nicht. Da ist, gerade in einem rechteckigen Raum mit sauber schallreflektierenden Wänden, ein Soundprojektor, wie z.B. die Yamaha YSP-Serie deutlich ortungspräziser. Im unmittelbaren Vergleich zu einer Yamaha YSP 1600, kann die Klipsch im Sound gut mithalten, produziert sogar mehr Schalldruck und klingt spektakulärer. In Details, wie Hochtonpräzision und Ortung der Surroundsignale, hat aber die Yamaha die Nase vorne. Durch den externen Woofer hat die Klipsch dafür mehr Bassfundament. Ein klassisches Patt.

 

Die Nachtabsenkung ("Night"-Taste) kann man sich für die Heizung aufsparen. Die kommt wohl nur in Äquatornähe zum Tragen, wenn es schlagartig dunkel wird und keine Zeit bleibt, aus Rücksicht auf die Nachbarn etwas leiser zu machen, zumal sie nicht einmal den Bass besonders überzeugend raus nimmt. Für´s Telefonieren ist schon eine "Mute" = Stummschaltungstaste dran, über Lautstärke plus - minus könnte man das auch regeln. Überflüssig. Für Puristen kann man noch die LEDs dimmen. Wirklich dämlich ist, dass sich die Soundbar ohne Fernbedienung nicht einmal einschalten lässt - auch nicht über WLAN und das bei einer Größe, die jeder bessere Hund gefressen kriegt. Da hätte eine sechste Taste am Gerät eher genutzt, als die optische Symmetrie gestört.

 

Fazit für die Soundbar alleine:

Allemal ihren Preis wert. Mit erstklassigem Musikklang und normal guter Filmperformance durchaus eine Empfehlung. Schneller, präziser Bass für kleinere Räume (so bis 25 qm) und sehr gute Sprachverständlichkeit. Lobenswert, der HDMI-Anschluss, der das Bild auch bei ausgeschalteter Soundbar sauber durchschleift und hoch auflösenden Audiosignalen Zugang gewährt:

 

anschlussfeld_klipsch_rsb_8

 

Schauen wir mal, ob es zusätzliche Freuden bereitet, die RSB 8 Soundbar über DTS Play-Fi mit zwei drahtlosen Rücklautsprechern (Klipsch RW 1) zu verbinden.

 

Das können wir kurz machen - keine Soundbar wird plötzlich audiophil, nur weil ich ein Paar Plastikböxchen hinten ankoppel. Klar wird der Surroundeffekt klarer und der Gesamtschalldruck legt noch mal etwas nach aber preislich landen wir da bereits oberhalb einer Yamaha YSP 2700, die sauberen Surroundsound von vorne liefert und mir in der Gesamtperformance lieber wäre als die Klipsch. Leichte Gewinne im Hochton und ein deutlich größer wirkender Raum nach hinten, rechtfertigen die 500.- Euro Zusatzinvestition nur, wenn sie die RW 1 auch für andere Räume verwenden. Als reines Surroundset überzeugt es nur Sono...(Gesundheit)-Freunde, die kennens nicht be.... - nein, das ist Böse (zweideutig). Jedenfalls bekommen Sie für 1.100.- Euro auch schon einen echten Surroundreceiver nebst Subwoofer-Satelliten-System, was definitiv besser klingt.

 

Fazit: Die Soundbar ist ihr Geld wert, eine Erweiterung durch drahtlose Rears, die dann doch wieder Stromkabel haben, eher was für Kabelhasser und Elektrosmogjunkies.

 

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Seit neuestem bin ich Klipsch Händler, insofern dürfen Sie den obigen Text als Werbung betrachten. Nach telefonischer Anmeldung können Sie sich aber auch in meinem Wohnraumstudio selbst vom Wahrheitsgehalt des Geschriebenen überzeugen.


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