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Bonsaimachos

Werbung (siehe Anmerkung unten im Text)

 

ELAC Debut B5.2 Test

Manchmal muss man Firmen auch Respekt zollen, wenn Sie auf Kritik reagieren. Hab gar nicht gewusst, dass ich so prominent bin. Jedenfalls hat sich ELAC befleißigt gefühlt, mir eine Debut B5 und eine Debut B5.2 zur Verfügung zu stellen, damit ich beurteilen kann, was sich zwischen den beiden Generationen getan hat. Das Urteil fällt dann aber trotzdem ohne den Schmeichelfaktor aus.

Wir erinnern uns, einige meiner meist dann doch Kunden, waren ein wenig erstaunt, dass ihnen ein ELAC Händler einen ELAC Lautsprecher einfach nicht verkaufen möchte, sondern empfiehlt, auf eine andere, als gerade die Debut-Serie umzusteigen. Dafür gab es einige Gründe, von denen ich gerade noch mal die doch recht windige Verarbeitung und den üblen Stromhunger, den ich bei einer Einsteigerbox, die eher mit kleineren Verstärkern betrieben wird, für kontraproduktiv gehalten habe, nennen möchte. So sieht der "Sünder", nämlich die alte Debut B5 aus:

B5 alt von vorne

Was fällt auf? Richtig, kein Bassreflex, der ist hinten, was den Lautsprecher auch noch unnötig aufstellungskritisch macht, sprich recht viel Wandabstand erfordert:

B5 alt von hinten

Das beste an der alten Version waren die Schraubklemmen für die Lautsprecher, die wenigstens vernünftige Kabelquerschnitte (4mm locker) aufnehmen konnten.

ELAC B5 alt und B5.2 neu

Was ist drin in der neuen ELAC Debut B5.2?

Direkt nebeneinander sieht man die zu Grunde liegende Neukonstruktion sofort. Der Fairness halber muss man sogar anmerken, dass auch die alte Version für den Preis nicht schlecht geklungen hat, problematisch war aber, dass sie dafür Verstärker benötigt hat, die über dem "normalen" Einsteigerniveau lagen. Das ist mit der neuen Version schon von den technischen Daten her besser geworden. 86 dB Empfindlichkeit bei 2,83 V/m sind zwar immer noch kein Highlight, gehen aber. ELAC tut sich mit dem inzwischen eingeschränkten Stromhunger der Lautsprecher insofern keinen Gefallen, als sie, gerade in HiFi-Supermärkten, wo doch die meisten über den Tisch gehen, meist ohne Lautstärkeabgleich vorgeführt werden, also deutlich leiser als die Boxen mancher Wettbewerber, die im unteren Preissegmant bewusst auf Wirkungsgrad getrimmt sind. Das menschliche Gehör reagiert aber sehr empfindlich auf Lautstärkeunterschiede und nimmt den lauteren Lautsprecher eher als besser war. Bei unkorrigierter Vorführung nicht direkt ein Wettbewerbsvorteil. Heißt für Sie bei Vorführungen, die unverständlicherweise nicht bei mir stattfinden, immer darauf achten, dass die zu beurteilenden Lautsprecher gleich laut vorgeführt werden.

Was fällt noch auf? Richtig, neuer Hochtöner und neuer Bass. Bringt in technischen Daten ausgedrückt 15.000 Hz mehr Hochton. Der Frequenzbereich wird jetzt mit 46 Hz bis 35.000 Hz angegeben. Außerdem verteilt der sogenannte "Wave Guide" den Hochtonbereich günstiger im Raum, was die Bühnenabbildung realistischer macht. Der Bassreflex ist nach vorne gewandert, dadurch kann man in der Aufstellung näher an die Rückwand ran. Schon mal gut.

ELAC Debut B5.2 von vorne

Auch die aggressiven Stacheln für die Frontabdeckung sind abgerüstet worden, was den Betrieb ohne Bespannung eleganter macht. Man sieht schon, Andrew Jones, einer der best beleumundeten Lautsprecherbauer auf diesem Planeten, möchte selbst in dieser Serie, die vom Preis her eigentlich weit unter seiner Würde ist, Außergewöhnliches abliefern und war mit den Kritiken an seinem Erstlingswerk für ELAC nicht nur zufrieden. Debut .2 ist ja an sich ein Widerspruch in sich, in Zeiten von Industrie 4.0 aber auch eine Gelegenheit, sich zu beweisen.

ELAC Debut B5.2 von hinten

Hinten hält sie jetzt dicht. Ist ja auch noch jung. Äääh, lassen wir das. Jedenfalls sind die vorher schon anständigen Lautsprecherterminals geblieben:

ELAC Debut B5.2 Lautsprecherterminal

Ist jetzt nur ein subjektiver Eindruck, mir schien auch das Vinyl stabiler verklebt zu sein als früher. Obwohl die Optik deutlich schlanker geworden ist, hat sich am internen Volumen nichts verändert. Das liegt in Bereichen, in denen bereits ein vernünftiger Bass zu erwarten ist. Der Tieftöner ist aus Aramidfaser, die gegenüber dem Vorgängermodell noch mal aufwändiger hergestellt wurde, um den höheren Frequenzen eine gewisse Geschmeidigkeit, ein wenig "Schmelz" zu spendieren. Was man nicht sieht: Die Lautsprecher wurden auch intern versteift, um ungewollten Vibrationen entgegenzuwirken. Zu Deutsch, halt nicht mehr die alte Hartz-4-Verarbeitung im Dünnbrettdesign.

Wie klingt die neue Debut 5.2?

Kommen wir zur eigentlich entscheidenenden Frage, der nach dem Klang. Ist die ELAC Debut B5.2 ihre 298.- Euro Paarpreis wert? Antwort nein. Die könnten ruhig teurer sein. Warum? Weil sie nach Streber klingen. Das mag jetzt eine gewagte Einschätzung von Andrew Jones Charakter sein - ich kenn den Mann nur vom Sehen - aber der ist mal definitiv ein Streber. Streber sind, wie wir aus der Schulzeit wissen, die Typen, die man immer heimlich bewundert hat, was die alles können, sich aber immer gedacht hat, na mit dem Aufwand könnte ich das auch. Was tut ein Streber? Er perfektioniert sich mit viel Aufwand und lässt dann leider Andere daran Teil haben.  Was heißt das auf HiFi? Ich nehme an (Unterstellung), dass Andrew Jones vorher noch nie oder zumindest noch nicht viel mit so billigen Bauteilen rumgespielt hat, wie sie in den Debut Serien von  ELAC preisklassengemäß verwendet werden müssen. Das hat ihm natürlich keine Ruhe gelassen. Jetzt ist er hergegangen und hat den Leuten gezeigt, was man mit so günstigen Bauteilen für einen Klang aus einem Lautsprecher rausholen kann. Damit ist er natürlich sauber über´s Ziel hinausgeschossen und stellt mit dem Produkt höhere Preisklassen in Frage. Das meine ich mit klingt nach Streber. Konkret heißt das:

Die ELAC Debut B5.2 ist super konsequent gebaut. Der neue Hochtöner und der Andrew Jones typisch extrem flinke Bass verhelfen ihr zu einer klanglichen Klarheit, die man in dieser Preisklasse üblicherweise vergebens sucht. Konsequent heißt aber auch, er hat nicht den Fehler vieler Boxenbauer (auch der Debut Vorserie) gemacht, zu versuchen, den Lautsprecher nach mehr klingen zu lassen, als er kann. Satter Tiefbass kommt halt nicht aus Gehäusen dieser Größe. Da ist weglassen oft sinnvoller als versuchen.  Wo eine Adante den gesamten Klangkörper eines Klaviers abbilden kann, hört man dessen Größe auf den Debut 5.2 nicht wirklich, dazu fehlt es an Grundton. Aber, und das finde ich entscheidend, das Klavier klingt sehr echt nach Klavier. Instrumente sind, gerade auch im Bassbereich klar definiert und voneinander getrennt, da schmiert nicht ein Ton in den anderen. Für die 300.- Euro Klasse überragend - ein Kompliment, dass dem Streber schmeichelt. Marketingtechnisch übrigens eher blöd. Aus zwei Gründen: 1. Die Kids stehen eher auf Bass, als auf Präzision, da sind sie sogar beim Vorgängermodell besser aufgehoben, obwohl das absolut gesehen der deutlich schlechtere Lautsprecher ist. 2. Kenner, die die Stärken der Debut 5.2 zu schätzen wüssten, greifen eh zu höherwertigen Lautsprechern. Mit mehr finanziellem Aufwand lässt sich auch am Klang noch sauber einer drauflegen.

Insofern im meinen Augen Streberwerk. Klanglich ziemlich sicher Referenz in der Preisklasse aber ohne klares Zielpublikum. Die in meinen Augen sinnvollste Anwendung ist eine preisgünstige Surround-Kette. Da kommt ein Subwoofer dazu, der den Tiefgang liefert, dann sind die Teile Wahnsinn. Die Subwoofer sind übrigens auch noch mal verbessert worden, obwohl die schon in der Vorgängerserie gut waren. Die konnte man damals auch schon von mir bekommen. Bleibt als Fazit: Die neuen ELAC Debut B5.2 sind klanglich tatsächlich so gut, dass ich sie ohne rot zu werden anbieten kann. Chapeau. Der Vergleich mit dem Vorgängermodell ELAC Debut B5, Charakter basslastiger aber verwischter im Klang,  fällt klar zu ihren Gunsten aus.

Für Freunde eine etwas stärkeren Basses sei noch angemerkt, dass es im ELAC Programm auch eine neu aufgelegte B6.2 gibt, die kann das.

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Kleine Anmerkung zum Thema Werbung, wenn man Geräte bespricht, die man selbst verkauft. Ich bin jederzeit bereit, Euch zu beweisen, dass es so ist, wie ich behaupte. Kommt vorbei, hört Probe, und werdet zu Gläubigen des Bonsaimachismus. Da kommt ihr dann nicht mit einem Bausparer sondern mit einem vernünftigen Lautsprecherkabel zusätzlich heim. Das muss bezahlt werden, das ist der Haken an der Sache. :-)


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