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Bonsaimachos

Werbung (Anmerkung siehe unten im Text)

 

KEF KC 62 Subwoofer Test

Um den neuen KEF KC 62 wird ja jetzt schon mächtig Wind gemacht, obwohl der noch kaum lieferbar ist. Was uns zum Spahn Jensi bringt, einer der größten Windmaschinen auf diesem Planeten. Während wir in Deutschland noch rätseln, ob er oder die Euro Uschi, die schon als Verteidigungsministerin gnadenlos überfordert war, eventuell, möglicherweise, oder auch nicht, für die eine oder andere Verzögerung im Impfablauf verantwortlich sein könnten, hat Amerika schon mal die 80 Millionen Dosen verimpft, die bei uns für die Gesamtbevölkerung gereicht hätten. Das könnte, aus meiner Sicht, die Frage schon beantworten, wenn man nicht unsere Bürokratie als gegeben hinnehmen würde. Da es Unionspolitikern aber schwer fällt, einfach mal zuzugeben, dass sie versagt haben und anstandshalber zurückzutreten, schlage ich vor, den Jensi, so a weng unter der Hand, als neuen Chef des Berliner Flughafens zu entsorgen. Das Grundtempo hat er bewiesenermaßen. Wenn es mangels Wind Probleme beim Starten und Landen geben sollte, könnte er am Ende der Rollbahn eine Rede halten. Das sollte genug Wind für den Auftrieb machen und wenn irgendwo Defekte auftreten sollten, kennt er sich mit dem Verhängen von Lockdowns ja aus. Das schafft dann auch Arbeitsplätze, in Tegel.

Wir Kleinen schauen da wieder ergeben zu, sind betroffen, einfach weil Deutsche gerne betroffen sind, statt die Bande weiterzuhauen und freuen uns dann ganz am Schluß, wenn doch wer Schuld war und auf´s Härteste straffrei ausgeht und Chef des Berliner Flughafens wird.

Was lernen wir also vom HiFi? Dass die Kleinen ganz groß rauskommen können und Wind alleine nicht genügt. Das beweist eindrucksvoll der neue

KEF KC 62 Subwoofer

 KEF KC 62 weiß von vorne

Schaut ihn Euch an - sieht der nicht aus wie ein ... (dramatische Pause) ... Muff? Als Muff bezeichneten meine Altvorderen immer so ne Art Handwärmer für Reiche, wo du auf beiden Seiten deine Hände in ein ausgehöltes Tier gesteckt hast, was früher als chic galt. Recht viel größer ist der auch nicht. Das Teil trägt wirklich kaum auf und hat dennoch 1000 Watt RMS. Der Muff macht puff und zwar sauber. Weil der zwei 16,5 cm Uni-Core Force-Cancelation Basstreiber (was immer das ist) hat, stellt sich zunächst mal die Frage: "Kann der auch laut oder schlägt der an und ihm geht die Luft aus?" Da sind wir doch schon wieder verdächtig nah am Jensi. Aber ich hätte den Vergleich nicht gebracht, wenn es ihm an Luft mangeln würde. Luft und folglich auch Druck stellt der KC 62 in einem Maße zur Verfügung, das Ihr gerne mal von Euren Nachbarn beurteilen lassen könnt. Denen wird es nicht völlig egal sein, ob Ihr so ein Subwooferchen Euer Eigen nennt. Selbst wenn der Beifall findet, werdet Ihr den Beifall kaum hören. Logisch macht ein ELAC Sub 3070 mit zwei 30er-Membranen mehr Dampf, den muss man aber erst mal stellen können.

Die Aufgabe für den KEF KC 62: 2 Dynaudio Contour 30 i im Bassbereich zu unterstützen.

Auf den ersten Blick ist das ein wenig so, als ob man die Euro Uschi vor die Gorch Fock ins Dock stellt und sagt: "Komm, jetzt hilf amal, die anzuheben!" Den KC 62 kann man locker im Fuß der Contours versenken, da wäre noch reichlich Platz, sprich Volumen übrig. Ihr verzeiht sicher, dass ich bei Geräten, die in erster Linie mal Bumm machen, direkt den Höhepunkt hinknalle, aber da gebricht es mir an Böcken für ein Vorspiel - Jedenfalls war ich sehr lange am Leiser-Drehen, ehe der KC 62 sich nicht mehr in den Vordergrund gedrängt hat. Wie der Jensi halt.

KEF KC 62 weiß von links vorne

Der kommt wirklich tiefer als die Contour, kann, was mich immer erfreut, auch mit deren trockenem Bass mithalten, weicht also das Klangbild nicht breiig auf und könnte noch sehr, sehr viel lauter. Fazit: Doch keine echte Ähnlichkeit zu Jensi, der kann was.

Den KEF KC 62 an den Raum anpassen

Seine Königsdisziplin. Ich bin zwar kein wirklicher KEF Fan aber deren Entwickler zählen, übrigens ein wenig gegen den Trend, zu denen, die wirklich mal mitdenken, was es brauchen könnte. Der kleine Scheißer hat also reichlich Pickel am Arsch, mit denen man ihn auf Wohlklang trimmen kann. Seht selber:

KEF KC 62 weiß Anschlussfelder

Da ist zunächst mal der EQ-Teil für die grundsätzliche Positionierung:

Room = frei im Raum

Wall = vor einer Wand

Corner = in der Ecke

Cabinet = Auf einem Schrank / Lowboard ? Weil wir nicht so dämlich sind, einen Sub da reinzustellen und alles mitscheppern zu lassen, oder ihn alternativ nur mit einem Bruchteil der Leistung zu betreiben (vergesst die Taste und stellt den frei auf, der hat nichts im Schrank verloren)

Und der Modus für Weicheier, der den Nachbarn die ganz tiefen Frequenzen erspart = Apartment. Den nehmen wir natürlich auch nicht, sonst bräuchten wir ja keinen Subwoofer.

Ich war besonders von der Aufstellung frei im Raum beeindruckt, da kam noch reichlich Bass, obwohl selbst größere Subwoofer Ecken lieben. Sehr, sehr saubere Arbeit.

KEF KC 62 Anpassung an Raum

Was der LFE bzw. Manual Schalter bringt, erlebt Ihr nur beim Anschluß an ein Stereogerät. Surround Receiver ersparen dem Sub üblicherweise Signale oberhalb von 120 Hz. Hängt Ihr aber ein Stereogerät über einen variablen Ausgang an den Subwoofer, versucht der KC 62 plötzlich zu singen, wenn Ihr nicht auf Manual umschaltet, weil ein Vollsignal anliegt. Dafür ist er natürlich nicht gebaut und singt entsprechend schlecht. Also nicht vergessen, umzuschalten, wenn der Sub zu hohe Töne anstimmt.

Kommen wir zum nobody-is-perfect-Anschluß:  Wer die Geduld hat, Lautsprecherkabel an diesen winzigen Eingang ranzufummeln, viel Glück, alle anderen wünschen sich von KEF vernünftige Lautsprecherklemmen. Fazit: unpraktikabel

KEF KC 62 Lautsprecheranschluss

Dann gibt es noch reichlich In-Output-Spielereien für den Anschluss von 2 Subwoofern oder der Nutzung des Subwoofers als so ne Art "Hochpassfilter" für kleine Lautsprecher, bei der man mit den Mäusepimmeln auf dem Bild weiter oben die Übernahmefrequenz relativ präzise einstellen kann, das ist alles nett aber zum Teil nur mäßig praktikabel gelöst, weil eher für Vor-Endstufen gedacht.

KEF KC 62 weiß In- Output

Im "Manual"- und "LFE"-Modus funktionieren die eigentlich wichtigen Regler, nämlich Crossover und Lautstärke. Hier lohnt es sich, zu spielen. Stellt den Sub so hin, dass er möglichst wenig dröhnt, probiert ruhig aus, ob die Schaltung Wand oder Ecke wirklich besser ist, als Room und checkt am Ende mit der Phase, ob auf 0 oder auf 180 der Bass tiefer und päziser kommt. Jetzt machen wir die Musik am steuernden Gerät leise und schauen, dass der Bass gleich laut hörbar ist, wie der Rest der Musik. Das Ergebnis überprüfen wir bei höheren Lautstärken mehrfach. Für Stereo bevorzuge ich persönlich eine recht tiefe Ankopplung (über den Crossover-Regler), so um die 50 Hz. Das variiert natürlich je nach Größe und Vermögen der Hauptlautsprecher. Dann fällt auch weniger auf, wenn der Subwoofer Bass etwas langsamer als der Bass der eigentlichen Lautsprecher sein sollte. Nachdem der KEF aber recht fix ist, kann man das prima nach eigenen Vorlieben erproben, bei dem fällt auch eine höhere Ankopplung nicht unangenehm auf.

KEF KC 62 Crossover und Volume

Der KEF macht diesbezüglich sehr gute Arbeit. Nicht ganz so schnell, wie die kleineren REL-Subwoofer aber sehr nah dran. Den kann man ruhig beim Musikhören mitlaufen lassen, das ist kein reines Surroundgerät. Zusammen mit Room, Wall, Corner sollte sich da ein vernünftiges Klangerlebnis realisieren lassen. Erwähnenswert, weil sinnvoll ist der mit "Ground Lift" beschriftete Potenzialausgleich. Wenn Sie den Subwoofer anstecken und es brummt, einfach mal einschalten. Hilft.

Ein, zwei Worte zum Marketing für den KEF KC 62

Spielt bis 11 Hz runter - toll kann man nur erstens nicht hören und ist auch auf einer CD gar nicht drauf (20 Hz - 20.000 Hz). Auch das David gegen Goliath und David gewinnt Geplapper ist reichlich bullshit. Physik ist nur in engen Grenzen zu überlisten und Volumen war dem Bass schon immer dienlich. Der KC 62 von KEF ist für seine Größe absolut bassgewaltig und auch sein Geld wert aber sicher nicht unschlagbar. Gut gebrüllt Terrier trifft´s da schon eher, zum Löwen fehlt´s a bissl. Ich erkenne die technische Innovation an, nur einen fetten Magneten für zwei sich in der Bewegung auslöschende Chassis zu nehmen und so ein wirklich winziges Gehäuse realisieren zu können, mag auch die Präzision des Basses und gebe zu, aus solch einem Volumen noch keine derartige Bassgewalt gehört zu haben. Ein wenig ist es mit dem KC 62 aber wie mit der katholischen Kirche und den Damen. Die wissen halt, was passiert, wenn sie sie reinlassen.

KEF KC 62 weiß von rechts vorne

Die Blumendeko steht nicht zufällig da!

Ein mittelalterliches Kloster stell ich mir ein wenig wie einen HiFi Fanclub vor. Da amüsieren sich gut gelaunte Herren, indem Sie auf vom Fasten ausgezehrte Mägen eimerweise Starkbier schütten. Komponieren, so angeregt, sogar noch Madrigale oder Motette, wie das wohl in der Kirche heißt. Machen also Musik. Eventuell sogar noch mit idealisierten Frauen im Kopf. Wenn sie die Dame aber erst im Haus haben, kaufen die einen kleine Subwoofer, die anderen lassen putzen, nix Weiheämter. Beides ein Skandal. Dabei will ich noch gar keine Witze darüber machen, warum die Kirche trotz Zölibats bis heute nicht ausgestorben ist.

Unser eigentliches Hochamt ist es nämlich

den KEF KC 62 beim Bonsaimacho zu kaufen.

Warum jetzt doch? Weil wir weise geworden sind. In einem, sagen wir mal frauendurchdrungenen Haushalt, ist es nicht immer ratsam kompromisslos auf Größe und Präsenz zu setzen, wenn es so gute Kompromisse, wie den KC 62 gibt. Da ist fast alles aluverschnürt verpackt, was Mann braucht und doch gibt es den Damen eine sehr viel bessere Chance in großartige HiFi-Welten vorzudringen, als sie Ihnen das Anschlagen von Maria 2.0-Thesen an Kirchentüren je geboten hat. Schließlich verwalten wir HiFi-Jünger nicht die Ewigkeit, was offenbar einen gewissen Beharrungswillen, auch Starrsinn genannt, voraussetzt, uns reicht die Gegenwart.

Ich würde Euch ja gerne zum Hörtest einladen, allein mir fehlt der Glaube, dass wir nicht bereits in der 3. Welle rumdümpeln und dank Jensula von der Spahn bin ich ungeimpft. Wer will, rufe also an, dann kann ich so einen Sub zum Testen auch mal schicken. Ist ja klein genug.

Aah, gute Anmerkung, der kostet UVP 1.500.- Euro, da kann man aber mal fragen, ob das sein muss. Danke Andi.


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