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Hegel H 150 Test
Wie gestalten wir die Dramaturgie diesmal? Fangen wir mal ganz unten an. Der abgespahnte Jens ist immer noch im Amt, ohne Würden. Einerseits versteh ich ihn, dass er sich mit dem Schließmuskel an den Job klammert, wie der Tintenfisch ans Aquarium im Chinarestaurant. Klar geht´s für den um alles. Ist halt schlecht, wenn die ganze Welt weiß, was für ne Lusche der in sämtlichen Jobs zu sein scheint, die wir bei ihm beobachten durften. Aber er würde doch weich fallen, hat er doch das Bürgergeld selbst mit ausgehande.., Entschuldigung, ist klar, warum er Angst hat. Panik wäre angemessen. Nein, wir werfen, was man bei Frauen auch ab und zu tun sollte, mal einen Blick auf die Rückseite:

Merkt Ihr´s? Da hat wer vor, den Bestseller in seinem Programm zu installieren. Was das in Frauenrückseiten heißt, will ich hier nicht mal spekulieren. Jedenfalls sollte Hegel sich diesen Arsch versichern lassen. So stellt man sich eine eierlegende Wollmilchsau mit allen notwendigen Anschlüssen im HiFi-Bereich vor. Phono-Anschluss, wertig, da steht sogar drauf, dass der nach RIAA entzerrt ist. Cinch-Eingang dran, XLR-Eingang dran, den Rest kann der eh alleine. Dazu ein extrem ausgefeiltes Digitalboard, mit dem man den DAC im H 150 nutzen kann. Man könnte jetzt, wenn man zwanghaft nörgeln will, anmerken, dass kein I2S-Anschluss, kein HDMI und kein WLAN dabei ist. Wir sind hier aber im 3.ooo.- Euro Bereich und man kann die Kiste sowohl als Vorverstärker (variabler Cinchausgang), als auch als Endstufe über eine AV-Schaltung nutzen. Das soll erst mal wer nachmachen. Kleines Quiz am Rande, was macht man, wenn man mit WLAN auf den Hegel H 150 drauf will? Richtig, Repeater hinter die Anlage und von dort ein LAN-Kabel an den Hegel. Was ist neu auf dem Digitalboard? Dat hat jetzt nen USB-A-Anschluss für Festplatten. Dazu coax, 2 Mal optisch und USB-B bzw. LAN als Eingang. Das sollte an Anschlussmöglichkeiten locker reichen und bietet selbst mit günstigen CD-Spielern die Möglichkeit, den Digital-Analog-Wandler im Hegel zu nutzen. Kleiner Spoiler, das sollte man auch. TV-Ton über Lichtleiter geht auch rein, was willst mehr? Und wer zuletzt Freude an den immer häufiger auftretenden HDMI-Handshake-Problemen hatte, wird alles Verständnis der Welt haben, dass dieser extrem fehleranfällige Eingang fehlt. Für alle, die sich gar nicht vorstellen können, wie man den zum Fernseher ohne HDMI ankriegt. Der hat ne Fernbedienung:

A ned so a Plastikglump, schlicht aber mit Metalloberfläche. Sorry übrigens für die diesmal mäßige Fotoqualität, weiß ned, ob da Maggus da die Finger drin hat, aber seit Tagen will die Sonne hier nicht scheinen, also keine Fotos aus dem Garten, weil ich Angst hab, dass mir der Verstärker voll läuft. Sonne über Bayern verboten? Dabei legt die doch an sich einen wurstförmigen Tagesverlauf hin. Ich versteh´s nicht mehr.
Schlimmstenfalls geht einfach hin, der Anschalter ist mittig vorne unter dem Gerät. Ist eh gut für die Figur. Die Perfektionisten unter Euch sollten sich noch merken, dass da eine 4 A T Feinsicherung rein gehört und man ein besseres Stromkabel oder LAN-Kabel verwenden kann. So viel zum Tuningpotenzial.

Nette Anekdote zum Digitalboard. Auf der Highend hat mir der Entwickler vom H 150 ganz stolz erzählt, dass über den Lichtleiter selbst Samsung Fernseher angeschlossen werden können. Trauriger Hintergrund, die haben zum Teil so schlechte Clocks, dass "normale" bzw. moderne Digital-Analog-Wandler deren Signal als mit Aussetzern gespickt interpretieren, was angesichts der unzweifelhaften "Qualität" von Samsung immer wieder zu Diskussionen geführt hat und als Klacken im Musiksignal hörbar wurde. Das Problem hatte Cambridge auch schon. Naja, immerhin again what learned, wiss ma zumindest, was "Scheißdreck" auf Koreanisch heißt.
Verarbeitung vom Hegel H 150
Der schaut wertig aus, der fasst sich wertig an, ist schwer für die Größe, hat 2 Ringkerntrafos drin... Ich sag ja, Hegel sucht seinen Bestseller.

Der Haupttrafo ist jedenfalls amtlich, die Verkabelung intern erfreulich dick. Selbst an nen Kopfhöreranschluss wurde gedacht und sowohl der Drehregler, als auch die Front sind nicht aus Plastik. Das kommt alles stark bestsellermäßig daher und fühlt sich auch so an. Ich sag´s doch.

Der Lautstärkeregler und auch der Quellwähler rasten satt und machen einen ordentlichen und wertigen Eindruck. Dazu möchte ich meine Einschätzung zu Hegel, dass die als DAC und Verstärker ihr Geld immer wert waren, dahingehend erweitern, dass ich inzwischen auch Gefallen am eigebauten Streamer finde. Der reagiert auf die Hegel App, lossless Spotify direkt, Tidal direkt und Qobuz direkt (deren connect), kann UPnP, Google Cast, Apple Airplay und vergisst seit neuestem ned amal ein Internetradio, hier als airable Internetradio sogar mit Podcast Funktion. Gipfel der Moderne, was sich da in die norwegischen Wälder vorgearbeitet hat. Einzig beim Roon-Test hat er vorerst mal die Grätsche gemacht, da scheint die Lizensierung noch nicht abgeschlossen zu sein. Ich konnte Roon nur via Airplay einbinden. Erfahrungsgemäß wird das aber mit der Zeit schon noch eine native Roon-Anbindung. Lizensierung von Roon fängt eigentlich immer so an.
Vom ersten Eindruck her mal ein im Detail verbesserter Glücklichmacher, der die Kritiken an seinem Vorgänger positiv aufgenommen und zeitgemäß umgesetzt hat. Da ist wieder die patentierte SoundEngine 2 drin, die Kiste liefert 75 Watt an 8 Ohm, ist bis 2 Ohm runter stromstabil und hat nen völlig übertriebenen Dämpfungsfaktor von 2.000, kurzum, der packt die meisten handelsüblichen Lautsprecher komplett problemlos und bis in gehobene Partylautstärken hinein. Für die Designfreaks unter Euch, den gibt es auch in weiß. Das ist aktuell mal angesagt in neuen Wohnambienten, oder wie die heißen.

An den vorher schon guten Lautsprecheranschlüssen hat sich nichts geändert. Gleich mal kleiner Tipp, dem schadet ein leicht heller angehauchtes Lautsprecherkabel nicht, ich hab ihn mal mit einem Supra Sword (dem "normalen" ohne Excalibur Boost) angeschlossen.
Hörtest Hegel H 150
Ja mir steigst am Hut (an sich korrekte, aber gewöhnungsbedürftige bayerische Grammatik), an einer Boenicke W 5, die schon ganz gut Strom zieht, sau nah dran an der Kombi aus CXN 100 von Cambridge Audio und der Harmony Design Endstufe A 90, die ich vorher dran hatte. Das ist absolut ein Kompliment, weil die 2 zusammen im UVP einen sehr guten Tausender teurer sind, als der Hegel H 150. Ich war ja schon vom neuen H 400 gegen den Vorgänger H 390 äußerst beeindruckt, der H 150 verbläst den, allerdings auch sauberst veralteten H 120 um Welten. So aus dem Bauch raus geurteilt, klar erkennbarer Hegel Sound, den man sonst eher aus den teureren Modellen kennt. Sauberst auf den Punkt, inzwischen ohne Tuningsicherung sogar etwas lebendiger, als Hegel das früher war, unzweifelhaft auf der leicht wärmeren Seite des Klangspektrums. Der kocht die Höhen auch nicht mehr so stark ein, wie sein Vorgänger, das Klangbild ist insgesamt erwachsener geworden und hat mich ehrlich gesagt positiv überrascht. Guter Raum, für die Preisklasse viel Luft zwischen den Instrumenten, langzeittauglich und detailstark. Wir bleiben auf dem Kurs zum Bestseller. Der H 150 ist inzwischen nicht mehr nur was für Lautsprecher mit stark überzogenem Hochton, die bremst er immer noch auf ein erträgliches Maß ein, performt, wie wir neubayerisch sagen, an neutral abgestimmten Lautsprechern inzwischen auch hervorragend. Das war mal ganz am oberen Ende dessen, was man so als All-in-One-Gerät in dieser Preisklasse kriegt. Dafür lasst Ihr Eure NAD M10 MK..., die Cambridge Evo 150 SE usw. gerne mal links liegen. Der Abstand zum H 400 ist an "normalen" Lautsprechern deutlich aber nicht riesig und verstärkt sich erst mit zunehmendem Stromhunger der Boxen. Die Verwandtschaft ist aber so unverkennbar, wie der ererbte Schwellschädel in niederbayerischen Dorfgemeinschaften mit zu wenig Fremdenverkehr, wenn ich das mal so bezeichen darf.

So, an dieser Stelle wurde der Hörtest mal rüde unterbrochen, weil der H 150 hier einen Liebhaber gefunden hat, der ihn sich ausgeliehen hat und ob der wiederkommt?
Was alles daran sinnvoll zu tunen ist, kann ich Euch noch gar nicht sagen, so weit war ich selbst noch nicht. Cliffhanger!
Jetzt schaut´s ned so, der Artikel geht halt dann weiter, wenn ich wieder einen H 150 zu Testzwecken hab.
