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Bonsaimachos

Steckdosenleisten und Steckdosen vom Netzschmutz befreien

 

Spinnt er jetzt, der Bonsaimacho? Ein klassisches High - End - Thema - Gibt es Netzschmutz? Muss der weg? Helfen teure Steckdosenleisten dem Klang wirklich auf die Sprünge? Ein Test in Theorie und Praxis, diesmal mit bewegten Bildern, weil es sonst eh keiner glaubt. Fangen wir am Anfang an - mit meiner Geburt. Schon kurz darauf wurde ich von meiner Mutter auf unvergleichliche Weise ins Thema High-End eingeführt. Behauptet sie doch seit Jahren, es gäbe beim Kochen guten und schlechten Strom. Mal ginge es schneller, mal langsamer. Kritisch gesehen mag das durchaus mit der wechselnden Ausgeglichenheit meiner Mutter zusammenhängen, Elektroingenieure, die sie gerne mit ihren Weisheiten beglückt, lächeln an dieser Stelle freundlich. Der Strom kommt über den Straßenanschluss ins Haus, wird dann über den Sicherungskasten und das Leitungsnetz verteilt, wobei angeschlossene Elektrogeräte durchaus Streuspannungen / Störimpulse, oder wie immer man das nennen möchte, einbringen können. Ansammlungen von mehreren Steckdosen im Haus hängen üblicherweise nicht jede direkt an einer Hauptleitung, sondern sind eine an der anderen angeschlossen. Also, eine Steckdose an der ankommenden Leitung, dann Steckdose an Steckdose, an Steckdose.... Genau so sieht es in normalen Mehrfachsteckdosen aus. Ein Kabel rein, dann alle Steckdosen parallel geschaltet. Störungen könnten also innerhalb dieser Mehrfachsteckdosen von Gerät zu Gerät weiter gegeben werden. Gehen wir es so wissenschaftlich wie möglich an:

 

Hin zum High-End-Händler meines Vertrauens und mal geschaut, was der so zu bieten hat. Siehe da, es gibt tatsächlich ein Messgerät für Netzschmutz, das dessen Stärke nicht nur optisch in eindrucksvolle Zahlen umsetzt sondern eskalierend zur Anzeige in nervige Töne wandelt. Der Objektivität der Berichterstattung geschuldet, sollte man vielleicht noch anmerken, dass es das Kästchen nur sehr teuer zu kaufen gibt, es sei denn, man bestellt als Händler große Mengen hochwertigster Kabel, die unter anderem dem Zwecke dienen, den Klang so rein, wie möglich zu reproduzieren. Diese Tatsache bitte nicht überbewerten, das Gerät arbeitet reproduzierbar und natürlich hat Jemand, der gerne in die Voodoo-Ecke gestellt wird, ein Interesse daran, sein Anliegen so objektiv, wie möglich zu vertreten. Also ein Dank dem Spender. So sieht das Kerlchen aus:

 

Messgeraet Stoerungen im Stromnetz

 

Ach ja, die Balken über und unter der Schrift können von grün über gelb auf rot wechseln. Ich hab´s probiert - man kann das Gerät mehrfach ab und an stecken, die Anzeige an der selben Steckdose bleibt, so weit man keinen Verbraucher einschaltet, identisch. Die Messungen sind also wissenschaftlich haltbar, da reproduzierbar. Meine schlimmste Steckdose hat 720 angezeigt.

 

Kein Befund ohne Kur - Hier die 2 Netzschmutzkiller als Widerpart:

Den Istotek EVO3 Isoplug steckt man in Mehrfachwandsteckdosen möglichst nah an die schlimmste Störquelle oder in die erste Dose, an der der Strom ankommt.

 

Isotek Isoplug EVO3 Entstoerfilter

 UVP liegt bei 129.- Euro.

Isotek Isoplug Evo3 kaufen

 

Die High - End - Lösung: Isotek EVO 3 Sirius, eine 6-fach Steckdose, in der jede einzelne Steckdose direkt mit der Entstörfilterung verkabelt ist, ohne Kontakt zu den Nachbarsteckdosen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu den noch folgenden Baumarktlösungen, in denen vorne ein Entstörfilter sitzt und der Rest parallel geschaltet ist (1-5 miteinander verbunden).

 

Isotek EVO3 Sirius Steckdosenleiste mit Entstoerfilter

 UVP 599.- Euro.

Isotek Sirius Evo3 kaufen

 

Die Testumgebung ist ein ca. 10 Jahre altes, frei stehendes Einfamilienhaus mit bestandenem E-Check und dokumentierter Verkabelung, also kein heruntergekommener Altbau mit abenteuerlicher Elektroinstallation.

 

In dem hier eingebauten YouTube Video können Sie sich ein Bild davon machen, wie Netzschmutz visualisiert werden kann und wie die Nobelleisten im Netzschmutzfiltern gegen normale Steckdosenleisten und etwas höherwertige Baumarktqualität mit Netzfilter (Brennstuhl BF 30.000) abschneiden.

https://youtu.be/5USBVj8GePA

 

Die entscheidende Frage, ob das alles etwas für den Klang Ihrer Anlage bringt, wird aber nur hier beantwortet. Leider ist die Antwort nicht so ausgefallen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Lassen Sie mich erklären. Verwendet habe ich meine seit Jahren benutzte Stereoanlage, weil ich nur dort Unterschiede im Klang einigermaßen sicher beurteilen kann. Mit Hilfe des ISOPLUG habe ich die Mehrfachsteckdose, an die die Isotek EVO 3 Sirius angeschlossen war, so weit "beruhigt", dass der Netzschmutztester in der Isotek Steckerleiste nur noch einen Wert von 003 angezeigt hat, der Netzschmutz also eliminiert war. Dann habe ich alle Geräte an die Isotek-Leiste angeschlossen. Die waren natürlich über mehrere Stunden warm gespielt, damit sie auch "richtig" klingen. An der Sirius hingen also ein Notebook, ein Digital-Analog-Wandler (DAC) und mein Verstärker.

 

Der Klang hatte sich sofort hörbar verändert, was besonders auffällig war, weil die weiblichen Stimmen plötzlich einen Bassanteil hatten, der mich kurz nachsehen ließ, ob sie nicht doch bärtig wären und wie ich es auch auf anderen Anlagen so noch nicht gehört hatte. Die eigentllich eher mittenbetonte Ausrichtung meiner Anlage glitt merklich ins bassige ab. Klanglich waren alle Details da, die Bühne wurde sogar minimal  größer dargestellt  und das Klanggeschehen löste sich gut von den Lautsprechern. Ich hatte aber den Eindruck, dass die Dynamik und die Attacke nicht mehr so da waren, wie gewohnt. Das Klangbild erschien mir einen Tick zu ruhig.

 

Was tun? Mal probeweise den DAC an den schmutzigen Strom und nur Verstärker und PC in der Isotek Leiste. Siehe da - der Klang wurde wieder verändert. Der Bass blieb im Keller, die Stimmen klangen wieder "normaler" und die Höhen gewannen merklich. Insgesamt erschien mir der Klang etwas lebendiger, wobei die Aggressivität bei rockigeren Stücken etwas zu wünschen übrig ließ. Klang für mich ein wenig besser, als Variante 1.

 

Mit dem Verstärker am schmutzigen Strom, DAC und PC in der Isotek, erschienen mir die Stimmen klarer, die Bühne nochmal größer und die Dynamik bzw. Lebendigkeit besser. Das Klangbild war warm und bassstärker als sonst, Details und Konturen gut. Der DAC erschien mir ein wenig kultivierter, weniger "digital".

 

Mit dem PC allein in der Isotek und DAC wie Amp im Schmuddelstrom wurde das Klangbild wieder etwas heller, hatte aber Pep und Details. Für mich die beste Kombi, weil noch etwas Bassgewinn da war.

 

Alle 3 Geräte im schmutzigen Strom brachten zwar die beste Attacke und die höchste Dynamik, aber auch den hellsten Klang. Geschmackssache würde ich sagen.

 

Fazit: Was heißt das jetzt konkret? Meine Gerätekombination liegt nach meiner Hörerfahrung mit anderen Ketten eher auf der wärmer klingenden Seite, als auf der analytischen oder hellen. Insofern kann deren Abgleiten in ein subjektives Zu-Viel-An-Bass einer anderen Gerätekombination genau den "Schmelz" verleihen, der gewünscht ist. Außerdem möchte ich behaupten, gehört zu haben, dass meinem DAC durch die "geänderte" Stromversorgung definitiv Schärfe genommen wurde. Nachdem aber jede Kombi von wildem und gezähmten Strom wahrnehmbar anders geklungen hat, bleibt eigentlich nur festzustellen, dass solche Stromfilter den Klang beeinflussen können. Das war wahrnehmbar aber in Nuancen, keine wirklich brutalen Veränderungen. Prozentbereich so 5-7, also eine mittelwirksame Tuningmaßnahme, meiner Einschätzung nach. Wenn man eine Idee hat, wo man klanglich hin will, ausprobieren und sich auf das eigene Ohr verlassen.

 

Warum ist das nicht die erwartete Antwort? Weil es leider nicht in das Gut-Böse-Schema passt, wo man sagen kann: "Ja, bringt was." oder eben nicht, sondern auf ein, mir wenig zusagendes Rumgeeier kommt, das aussagt, die Maßnahme hat einen Effekt, wie positiv Sie den empfinden, ist aber Geschmackssache. Wäre halt schön, wenn´s immer leicht wäre.

 

Für alle, die das Video nicht gesehen haben, bliebe noch anzumerken, dass die Filterwirkung der Steckdosenleiste deutlich höher als die des Isoplug Evo3 ist. Simple Baumarktqualität, wie die Brennstuhlleiste kommt da bei weitem nicht mit. Ich konnte auch keine wirklichen klanglichen Unterschiede feststellen, wenn die Netzstörungen nicht vollständig ausgefiltert waren und das Messgerät z.B. 180 gezeigt hat. Das Messgerät selber sieht das wohl auch so, hat es doch bei diesem Wert noch grüne Balken gezeigt.

 

Nachtrag: Ich hab schon noch ein wenig länger mit diversen Stromversorgungen gespielt. Positives Highlight war die LoRad Stromversorgung von Supra, die extrem viel klangneutraler als die Isotek war und die Dynamik eher noch angehoben, als gebremst hat. Da hatte man nicht den Eindruck "Jetzt hör halt auf, das Klangbild zu beruhigen, mit schlafen eh schon die Füße ein.",  wie bei der Isotek, da hat es richtig geknackt. Besprechung finden Sie hier. Negatives Lowlight der Stromversorgungen war die von mir an sich hoch geschätzte Marke Oehlbach mit ihrer XXL Powerstation 909 für 699.- Euro, bei der wir irgendwann mit 5 HiFi-Kundigen außen rum standen und uns gefragt haben, welche Wirkung das Teil überhaupt haben soll. Keiner konnte durch Einsatz dieser Nobelsteckdose auch nur den kleinsten Unterschied im Klangbild feststellen. Vielleicht hatten wir da einfach einen schlechten Tag, vielleicht ist der Aufwand, den Oehlbach mit der Powerstation betrieben hat aber auch wirkungsfrei auf´s Klangbild. Wer weiß? Sehr wirkungsvoll war der Supra DC-Blocker. Den Testbericht finden Sie hier.

 

Wer erst mal wissen möchte, welche Tuningmaßnahme bei ihm funktioniert, kann hier ein Tuningpaket zum Testen anfordern

 

Wir stellen also fest: Es gibt guten und schlechten Strom und lächelnde Elektroingenieure.


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