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Bonsaimachos

Werbung (Anmerkung siehe unten im Taxt)

 

Dynaudio Evoke 20 Test

Für Freunde des Wortes war Dynaudio ja schon immer ein Klassiker. Erinnern wir Alten uns doch mit Freude an "Das Buch der  Wahrheit" mit Knudsen dem Waschbären und unschlagbaren Stories, die uns so manchen Bären aufgebunden und Floh ins Ohr gesetzt haben. Freunde des Wortes sind aber oft auch Freunde der Stimme und bei der authentischen Darstellung von Stimmen hatte Dynaudio schon immer die Nase vorne, wie der Waschbär. "Dänen lügen nicht!" ein weiterer Dynaudio Klassiker und jetzt? Der neue Katalog, nach dem Motto: Dänen labern viel. Dynaudio machte schon immer viele Worte um die eigenen Produkte und hat sich so mit der Zeit in die erste Liga der HiFi-Hersteller geschwallt. In Zeiten, wo alles, was mehr als ein Bild und 3 Worte sind, als Höhenkammliteratur gilt, ein fragliches Konzept. Weil die Dänen aber nicht nur schwätzen sondern in langen Polarnächten nichts besseres zu tun haben, als Lautsprecher zu bauen und zu optimieren, schauen wir mal, ob der Bonsaimacho die Botschaft der Dänen nicht irgendwie ausdestillieren kann (eh eine seiner liebsten Tätigkeiten). Was liegt näher, als sich die Evoke 20 von Dynaudio vorzunehmen, ist die doch schon per Namensgebung dafür prädestiniert, allerfeinste Hörempfindungen zu evozieren. Mann, heut schwallte er aber ausländisch, der Bonsaimacho. Wird schon noch, die letzten Wortspiele gehen ohne Fremdworte halt ins Leere.

Kurz zur Technik in der Dynaudio Evoke 20

Wer den Katalog kennt, fängt jetzt das Scrollen an. Keine Angst, ich wiederhol hier nicht alles sondern erklär mal, wofür was gut sein soll. Wo fangen wir an? Natürlich da, wo Dynaudio wohl aus einer gewissen Selbstverständlichkeit heraus, selber zu wenig drüber redet. Das Gehäuse. Für 2.000.- Euro Paarpreis ist so eine Verarbeitung tatsächlich nicht selbstverständlich. Ihr wisst ja, ich verkauf zum Beispiel die an sich vernünftig klingende Debut Serie von ELAC nicht, weil ich die für schlecht verarbeitet halte und Euch für ein paar Euro mehr gerne was Vernünftiges ans Herz legen möchte, schließlich wechselt man HiFi-Anlagen nicht wie die Fernseher. (Allen, die jetzt auf Partnerin statt Fernseher getippt hatten, sei gesagt: "Pah, wir Bonsaimachos tun nur so sexistisch, in Wahrheit erlaubt uns das die Frau gar nicht!" - So, jetzt habt Ihr´s aber.) Die haptische Qualität der Dynaudio ist, wenn ich als Freund der griffigen Damen das mal so sagen darf, absolut partnerschaftstauglich. Feinste Rundungen, streichelzart serviert, und erst die Terminals, hach... Ohne Scheiß, keine sichtbaren Verschraubungen, vernünftige Lautsprecheranschlüsse und ein allerfeinst verarbeitetes Gehäuse schmeicheln dem guten Ruf von Dynaudio, den die über die Jahre sich selber verliehen haben. Liebe Grüße!

 Dynaudio Evoke 20 blonde wood gesamt

Die Farbe der getesteten Evoke 20 heißt übrigens Blonde Wood und macht sich gut auf schwarzen Untergründen.

Das Abstrahlverhalten der Evoke 20 hält sogar intergalaktischen Standards Stand. Das ist, wie wir in Bayern sagen würden, "am Jupiter gemessen". Präziser wäre das hochdeutsche im Jupiter, das ist nämlich ein 13 auf 13 auf 13 Meter großer Würfel, in dem Dynaudio seit Neuerem die Lautsprecher und deren Abstrahlverhalten vermisst. Also korrekt ausgedrückt, vermissen sie nicht das Abstahlverhalten sondern vermessen es und zwar 360 Grad rundum mit, ich glaub 31 Mikrofonen auf so einem voll spacigen Bogen. Dafür wird der Lautsprecher mit nem Lift in die Mitte des Würfels gehoben und dann fährt der halbkreisförmige Messmikrofonträger außen um die Box rum, bis klar ist, welcher Ton wo wohin entweicht. Dann beginnen die Diskussionen, ob und warum das so sein soll, anschließend wird noch Probe gehört  und dann ist der Winter rum und die Dänen können endlich wieder saufen gehen, bis sie Waschbären sehen, weil sie eine exzellente Box entwickelt haben. So oder ähnlich stell ich´s mir vor. Das Ergebnis ist von vorne schlicht:

Dynaudio Evoke 20 frontal

und hinten hat´s ein Loch (Bassreflex):

Dynaudio Evoke 20 gerade von hinten

Brauch mer nimmer rumreden.

Wie klingt die Dynaudio Evoke 20?

Groß, größer, als man bei dem Gehäuse vermuten sollte. Knackig, sportlich, mit einem großartig konturierten und erstaunlich tief reichendem Bass. Da freut man sich schon auf den nächsten Basslauf, da ist der alte noch gar nicht vorbei. Außerdem verspürt man sofort dieses Wohlgefallen an der Musik, das alle "großen" Lautsprecher auszeichnet. Die Evoke 20 kommt einfach wie aus einem Guss rüber. Extrem harmonisch, von der Raumabbildung her korrekt und auch im Hochton hat man nie das Gefühl, dass etwas fehlt, obwohl es Lautsprecher gibt, die da deutlich mehr bieten. Schätze, das liegt an der Harmonie. Hatte ich erwähnt, dass die Evoke 20 extrem harmonisch klingt? Man kann es nicht überbetonen und es mag ja sein, dass das eine der segnenden Wirkungen des Jupiters ist. Die spielt schon fast wie ein Breitbänder (ein Lautsprecher, in dem ein Chassis alle Frequenzen abdudelt) nur ohne dessen systembedingte Nachteile. Es ist halt einfach Musik da, die kommt sehr klar, sehr präzise und mit einem deutlichen Touch ins Warme rüber. Mir fiel dabei eine gewisse Stärke für Livemusik auf. Da hört man super, wer wo im Publikum falsch singt. Eh en interessantes Phänomen, dass große Menschenmassen beim Singen erst mal tendenziell richtig klingen, obwohl man doch reichlich "Falschsänger" vermuten sollte.

Dynaudio Evoke 20 Hochtoener

Man kann das Geheimnis der Evoke 20 nicht von außen sehen aber irgendwie bring die es hin, dass analytisch alle Teile des Musiksignals, die ein Lautsprecher dieser Größe zu spielen in der Lage ist, da sind und selbst kleine Nebengeräusche vorhanden aber nicht überpräsent sind und trotzdem nachher alles zu einem angenehm warmen Klang ganz ohne Brei verrührt wird. Im 2.000 Euro Bereich ganz großes Audio (Kino wär ja blöd, man sieht ja nichts.).

Dynaudio Evoke 20 Bass

Die Alltagstauglichkeit der Dynaudio Evoke 20:

Das heißt zwar Regallautsprecher, die hat aber im Regal nichts verloren. Gebt ihr ne solide Basis, dann könnt ihr relativ nah an die Wand ran (so 30-40 cm) und schaut, dass die ein wenig auf den Hörplatz hin eingewinkelt wird. Da kann man ganz gut mit der Bühnengröße spielen, strahlt die Evoke 20 doch recht breit ab. Auch wenn der Hochtöner nicht 100 Prozent auf Ohrhöhe rauskommt, versaut man sich nicht gleich den Klang. Insgesamt ist die Evoke 20 da harmlos. Anspruchsvoller wird sie, was die Verstärker betrifft. Da gilt mal wieder, obwohl das in der Evoke Serie schon viel besser geworden ist, als zu Zeiten der absoluten Wahrheit, sie dankt potente Verstärker und welcher Bonsaimacho würde an der Potenz sparen wollen? Der Verstärker mein ich. Für Allround-Hören, mag sie Hegel Verstärker sehr, Cambridge verleiht ihr eine minimal rockigere Note und der Atoll IN 200 Signature kickt sie auch in erfreulicher Weise. Selbst bei Herstellern mit, sagen wir mal mehr Massen- als High-End-Tauglichkeit, macht sie eine gute Figur.

Bei mir kommt natürlich die Frage nach dem Vergleich mit der ELAC Vela 403, die nahezu preisgleich ist und die ich auch sehr liebe. Da kann ich´s mir total leicht machen, die kann man nämlich nicht vergleichen. Die spielen beide auf sehr unterschiedliche Art extrem rund und stimmig. Geschmackssache und über Geschmack mit einem Typen wie mir, der zur gezielten Geschmacklosigkeit neigt, zu streiten, klingt mir spannend. Ich erwarte also demnächst Besuch von Euch.

Dynaudio Evoke 20 Lautsprecherterminals

Für wen ist die Dynaudio Evoke 20 schon fast ein "must have?"

Die Evoke Serie von Dynaudio ist zunächst mal für all diejenigen eine hervorragende Lösung, die vom Hochtöner ihres bisherigen Lautsprechers genervt sind, weil der in den Ohren klingelt, zu schrill rüber kommt oder anders unangenehm auffällt. Wer, wie ich ein Alter erreicht hat, in dem zum schlechten Beispiel Canton Hochtöner Fluchtreflexe auslösen, wird verstehen, was ich meine. Auch wenn Sie feststellen, dass der im Test noch so gehypte japanische Verstärker eher was für asiatische als für Ihre Ohren ist, weil der Hochton doch ein wenig krass rüber kommt, sind die Evokes erste Wahl. Da nervt nix, das klingt smooth und harmonisch, da sind alle Details da und eigentlich macht die Evoke 20 auch keine Fehler. Es gibt auffälligere, showmäßig spektakulärere Lautsprecher aber einen ruhigeren und präziseren Mitarbeiter als die Evoke 20 werden Sie schwer finden. Klar lässt schon der Hochtöner der Special Forty den der Evoke 20 alt aussehen, in der Harmonie über das gesamte Spektrum ist die Evoke aber sehr nah an der Special Forty und das knackig tiefe Bassfundament  auf das die Evoke 20 das Klanggeschehen stellt, gefällt mir persönlich sogar noch ein winziges Bisschen besser als das der Special Forty. Da schaugst!

Dynaudio Evoke 20 von oben

Man unterstellt ja Testern gerne, dass sie Gefälligkeitsgutachten für Diejenigen abgeben, die bei ihnen mächtig Werbung schalten. Also Test für Geld als Vorwurf. So und jetzt müsst Ihr Euch mal vorstellen, wie das beim Bonsaimacho läuft. Der kriegt ja wirklich Geld dafür, wenn er die Special Forty und nicht die Evoke 20 verkauft. Weil ich aber immer noch an den mündigen Einkäufer glaube, sage ich Euch, kommt vorbei, hört die im Vergleich. Für mich ist da nicht eindeutig, wer die Nase vorn hat. Vom Waschbären mal abgesehen. Die Special Forty hat ihre Meriten (an geldwerten Vorteil halt) in den Hochtonlagen, dafür macht der Evoke Bass süchtig. So lange nicht die traurige Qualität Eures Verstärkers eh für die Evoke entscheidet, die braucht nämlich weniger Strom, um zu klingen, kommet, bringet den Verstärker mit, höret und staunet. Im Zweifel stell ich die Verstärker, dann klingt´s eh - und wie zufällig verkauf ich die dann auch gleich mit.

Bemerkt Ihr eigentlich diesen schleichenden Übergang in den Werbeblock? Vergegenwärtigt Euch also nochmal das Gesagte, stellt euch diesen wunderschönen Lautsprecher nochmal vor Eurem inneren Auge vor und destilliert die Botschaft - kaufen! Wo? Hat jetzt nicht ernsthaft wer gefragt, oder? So sehet denn den Höhepunkt dieses Artikels. Tätä!

Die Dynaudio Evoke 20 beim Bonsaimacho kaufen

Logisch günstig - logisch mit 14-tägigem Rückgaberecht auch bei Direktkauf, aber das werdet Ihr nicht brauchen. Wir testen vorher und vieles hier klingt dümmer, als es ist. Sonst wird´s mir zu fad.

Dann noch ein Wort zu ersten Reaktionen auf diesen Test. Ich musste erfahren, dass offenbar einzelne Dynaudio-Jünger die Evoke 20 schon einer Contour 20 vorgezogen haben. Ich weiß schon warum, würde aber selber nicht so weit gehen wollen. In meinen Ohren ist das dann wieder eine Sache der Verstärkerpower - Isser zu schlapp, gewinnt die Evoke, hatter Strom, find ich die Contour schon noch feiner. Immer vorausgesetzt, die Mineralogie stimmt und Kies ist da, sonst gewinnt immer die Evoke. Das soll in dem Fall aber nicht den Ausschlag zugunsten der Evoke gegeben haben.


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