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Moon 371 Streamingvollverstärker im Test
Griaß eich. Ja, es wird immer schwerer, die korrekte Anrede zu finden. Hab ich neulich einen Spezl mit "oide Wurschthaut" begrüßt. Dann hat sich rausgestellt, dass er jetzt Vegetarier ist. Muss man da jetzt "alte Zucchinihaut" sagen? Das verwirrt mich völlig unnötig. Und jetzt auch noch dieses: Mia mach ma heit wos Komplexes. 59.812 CSU-Wähler*innen hassen das, die AFD-Wähler haben wir an dieser Stelle bereits verabschiedet.
Ein Stereoverstärker mit Mind 2 Streamingfunktion, der quasi alles kann. 2 Kanäle, für CSU-ler, das ist ein Kanal, der noch einen mitgebracht hat. Extrem komplex, ich sag´s ja. Entschuldigt bitte, dass ich das ein wenig so erkläre, als könne da jemand nicht bis drei zählen, aber ich hatte zuletzt mit einigen Zahlen im Bayerischen Haushalt oder im Sondervermögen zu tun, bei denen ich mir dachte, sicher ist sicher.
Der Moon 371 Streaming-Verstärker, was kann er, was soll das und wer brauchts?
Freunde des Wohlklangs, Moon, die Brüder, die bei Registrierung 10 Jahre Garantie auf ihre Geräte geben, weil sie echt auf Qualität setzen und nicht nur angeben, haben wieder zugeschlagen. Für Moonsüchtige, der neue 371 vereint den Nachfolger des 340er Moons mit einem Mind 2 Streaming-Modul in einem sehr schlank und dezent geratenen Gerät.

Lasst Euch nicht von dem Holzplättchen über dem Kopfhörerausgang irritieren, das war Teil eines Tuningexperiments, da kommen wir noch dazu. Das gehört nicht wirklich ran. Außerdem seh ich gerade, dass schwarz zu fotografieren auch draußen höchst mäßig ist, da siehst bei der tief stehenden Sonne jeden Staubfitzel. Gibt´s gratis dazu, den Staub mein ich. Das ist mal ein echt fettes Display, rechts die Lautstärkeregelung und links ein paar Knöpfe für die Bedienung am Gerät selbst. Natürlich gibt es auch eine Fernbedienung:

Ein Zugeständnis an die Europäer und ein sinnvolles Hilfsmittel, weil die Moon Mind App jetzt nicht das totale Highlight an Bedienfreundlichkeit ist und auch ein wenig auf den Klang geht. Ja, da schaut Ihr. Werdet Ihr nur in Tests erfahren, bei denen jemand nicht drauf angewiesen war, Moon als Werbekunden zu behalten. Die frohe Botschaft: Braucht Ihr auch nur für Deezer, der 371 kommt mit Qobuz, Tidal und Spuckify in der Connect Variante, also über deren App bestens zurecht und klingt darüber auch besser als über die Mind App. Grüße ans Moon-Team, wenn Ihr das lest - yalla, ran an die App.

Wer direkt am Gerät schnell mal was umstellen will, kann das natürlich auch.

Anschlussmäßig ist da bis auf einen USB-B-Anschluss alles dran, was das Herz begehrt, inkl. HDMI mit ARC. Der Phonoanschluss ist hochwertig, der Kopfhöreranschluss hat einen eigenen Verstärkerteil verbaut, LAN ist sogar doppelt vorhanden, XLR, Cinch, Digitaleingänge, ois dabei, selbst USB-C-Festplatten gehen inzwischen direkt ran.

Kleiner Tipp von Tobi zum HDMI-Eingang. Zumindest an einem Panasonic TV empfiehlt es sich, den in der Werkseinstellungen sehr hoch gesetzten Eingangslevel für HDMI am 371 ein wenig runterzudrehen, das reduziert Verzerrungen. Ihr könnt am Moon 371 die CEC-Steuerung abschalten, dann versucht der TV nicht mehr, den Moon mit einzuschalten, die Lautstärke zu regeln etc. Ob das sinnvoll ist, hängt davon ab, ob Ihr Probleme habt, den Ton via HDMI auf den Moon zu kriegen. Das hängt auch sehr viel von den am TV gewählten Einstellungen ab. Probieren geht hier über studieren. Wer es sich einfach machen will, nimmt den optischen Eingang für den TV Ton und stellt am TV auf externen Lautsprecher und PCM Ton.
Der Tipp, die aus schwer nachvollziehbaren Gründen in den Werkseinstellungen auf vollen Gain aufgedrehten Eingänge ein wenig runter zu regeln, ist für alle Eingänge ganz hilfreich. Das klingt sonst fast nach übersteuert, wie an den alten Tapedecks früher.
Was er kann und wer es braucht, ist leicht zu beantworten. Der kann mehr oder weniger alles und braucht nur noch Lautsprecher. Wer ihn braucht? Alle, die ihn sich leisten können. Mit 6.800.- Euro ist das nicht mehr die Einstiegsklasse. Man kann aber erstens, den Bonsaimacho fragen, ob das beim Preis das letzte Wort ist oder alternativ einsehen, dass der arme Bonsaimacho das Geld braucht und den 371 voll bezahlen, weil der, obacht Spoiler, sein Geld mehr als wert ist.
Was ist neu am Moon 371?
Das Netzteil basiert jetzt auf dem, was in der North Serie von Moon verbaut wird. Moon Hybrid Power nennen die das und es ist in nem großen Kasten (geschirmt) vor neugierigen Blicken versteckt. Da graust es mir immer ein wenig, weil das oft heißt, dass ein solider Ringkerntrafo, wie wir ihn aus dem 340er Moon kennen, durch etwas ersetzt wird, das günstiger in der Herstellung ist. Jetzt weiß ich aber auch, wie die North Serie klingt, von daher gibt´s Hoffnung, dass zumindest keine hörbare Verschlechterung auftreten wird. Da kommen wir noch hin. Moon ist da äußerst schweigsam zu, was sie wirklich machen. Wir kennen es aber von Technics, man kann auch Schaltnetzteile so in den Griff bekommen, dass es gut klingt und keine Störungen im Heimnetz macht. Bei der North Serie klappt das ja auch hervorragend. Ein guter Hinweis auf die Leistungsfähigkeit der Stromversorgung ist, dass sich die Leistung von 100 W an 8 Ohm an 4 Ohm direkt auf 200 Watt verdoppelt. Das ist auch kein Class D Verstärker, das ist klassisch A/B.
Dazu gleich der Tipp, dass Moon selbst sagt, der braucht keine Stromfilter, außer DC-Blocker hat er alles selbst an Bord und sollte direkt an den "wilden" Strom angeschlossen werden. Das deckt sich weitestgehend mit meinen Erfahrungen. An einem PSM 156 von Puritan war er dynamisch eingebremst unterwegs, weil vieles doppelt gefiltert wurde. Besser war es direkt an der Steckdose. In meinem PV-verseuchten Haushalt hat sich letztendlich eine Supra Leiste mit DC-Blocker und dem 371 auf dem ersten Anschluss vom Stromeingang her gesehen, als am besten erweisen. Bevor ich es vergess, optimale Stromkabel für den 371 kicken dem den Hochton noch ein wenig, also simpel, Supra Lorad SPC (Gefahr von metallischen Härten), sehr schick macht sich das neue Supra Excalibur Stromkabel dran (sehr klar, viel Raum, viele Details, keine Härten im Hochton) etwas teurer und wärmer (Geschmackssache), das Puritan Ultimate, am besten fand ich das Cardas Clear Power (Tendenz, wie das Excalibur, nur alles nochmal etwas besser).
Neu ist auch ein Streamer, offenbar Mitglied im Franziskanerorden, mit Mind 2. Da fragt Ihr Euch zu Recht, warum die Kanandier als Highend-Hersteller Geräte mit Armutsgelübde bauen. Der 371 gibt sich nämlich auch beim Streaming über LAN extrem bescheiden. Erst bettelt er um unbehandelten Strom, hier bescheidet er sich mit einem möglichst simplen Cat5e-LAN-Kabel. Ich überleg gerade, ob ich die wegen Tuningunfreundlichkeit, sprich Geschäftsschädigung verklagen kann. Hab gehört, als Wutbürger macht man so was jetzt. Ja Freunde, da könnts Euch zum Teil mit Euren Highend-LAN-Kabeln brausen gehen. Mag er nicht der Herr 371. Ich hab da extra mein feinstes, mehr oder weniger handgezogenes ultra LAN-Kabel rangehängt und was passiert, die Apps erkennen den Moon nicht mehr. Schande über Euch! Also umgeschaltet zwischen 100 M/Bit und 1 G/Bit am Router, nüscht, kennt er nicht. Primitivkabel mit 1 G/Bit hingehängt. Geht bestens. Bin diesbezüglich in Kontakt mit Moon und werde berichten.
Richtig schlau am Streaming des 371 ist aber, dass er erkennt, wenn ein LAN-Kabel angestöpselt ist und entsprechend das WLAN, das ja immer die empfindliche Elektronik beeinflussen kann, komplett abschaltet. Wie genau das mit dem Bluetooth-Modul, das ja ebenfalls im 371 verbaut ist, läuft, hab ich nicht rausfinden können, schätze, das läuft mit, die Elektronik sollte aber dagegen abgeschirmt sein, weil die Kiste insgesamt auf extreme Rauscharmut ausgelegt ist. Die Roon Integration ist bereits vollständig erfolgt, einfach in den Einstellungen als Audiogerät anmelden und los geht´s.
Neu ist außerdem das wirklich gut lesbare große Display

und die Armutsschaltung. Also diesmal die, dass Ihr nicht arm werdet. Moon-Kenner werden sich erinnern, dass die kanadischen Humoristen ja noch nie eingesehen haben, dass man Ihre Geräte ausschaltet, weil der Strom dort offenbar extrem billig ist, und man ja einige Minuten Betrieb bräuchte, damit der Moon sein volles Klangpotenzial wieder erreicht. Führte früher zu der Logik, dass die Standby-Taste eigentlich nur die Verbindung zu den Lautsprechern getrennt und das Display abgeschaltet hat. An sich lief die Kiste volle Power weiter. Auch hier haben die Kanadier Zugeständnisse an die europäischen Energiesparer gemacht. Der 371 hat neben dem harten Netzschalter auf der Rückseite inzwischen einen Low-Power-Modus, in dem er nur noch 6 Watt verbraucht. Das ist zwar immer noch kein Standby mit 0,5 Watt, wie es die Deutschen lieben, aber schon besser als die knapp 30 Watt im "normalen" Standby des Moon 371. Muss man allerdings aktivieren.

Nachts wirkt das Display besonders eindrucksvoll.
Hier kündigt sich also ein neues Meisterwerk froher Unterhaltungskunst an. Apropos:
Offenbar meint das Volk, mich unterhalten zu müssen. Ich hatte neulich die Gelegenheit eine querdenkende Reichsbürgerin zu treffen. Beste Unterhaltung, kann ich nur empfehlen. Man hat da ja so seine Vorurteile, dass die ein wenig seltsam wären, ihnen das Denken bei ihrem Handeln nicht im Wege stehen würde und so Zeug. Dabei sind das echt nette Menschen. Die Dame, die, streng genommen, schon recht viel ungefragt verkündet hat, war sich dessen schon auch bewusst. Sie hat ja selber gesagt, dass sie so blöd ist, weil sie sich sozial so engagiert. Wie sprach Sie? "Ich bin ja so deppert, dass ich um 5 Uhr aufsteh und zur Arbeit geh, nur damit die (und da wird mein Zitat ein wenig unpräzise, weil sie manchmal echt Probleme hatte, den politisch korrekten Begriff zu formulieren) Menschen mit Migrationshintergrund noch ein wenig ausschlafen können." Sie hat da so was mit Ne... und Ka... verwendet, weiß ich gar nicht mehr genau. Aber hätte man Ihr gar nicht zugetraut, dass sie sich so um deren Wohlergehen sorgt. An sich war ihr Fremdenbegriff nämlich schon ein wenig eng gefasst, jedenfalls beklagte sie mehrfach, dass ihr Heimatort von Fremden geradezu geflutet würde und ein Beispiel ist ihr auch gleich eingefallen, wo ein Münchner es gewagt hat, zuzuziehen. Das müsst Ihr Euch mal vorstellen, im bayerischen Oberland, dem fehlt ja da der typische Stallgeruch, nach Eigenblut. Dazu muss man wissen, dass Bayern nicht ganz soo ein einig Freistaat, ist, wie es von Norden her ausschaut. Da beschimpft man sich gerne mal gegenseitig als Breissn, nur weil der andere 20 km weg wohnt. Die Franken eh. Naa, Maggus jetzt wart halt, es kann nicht immer nur um dich gehen.
Da war die Dame erstaunlich tolerant, wer bei ihr im Ort wohnte, konnte schon als Einheimischer gelten, wenn er halt schon immer genau dort gewohnt hat. Von Traditionen hielt sie allgemein viel, und da konnte ich ihr auch zustimmen, sie hat sich einen König für Bayern zurückgewünscht und ich hab gesagt, ja, das wäre schön, wenn du nicht mehr wählen könntest. Es war auch nicht so, dass sie Ausländer grundsätzlich ablehnte, wenn sie aus den Bergen stammten. Sie war nämlich unglaublich EU-betroffen. Mich persönlich haben die Regelungen aus Brüssel bisher eher so peripher tangiert, sie muss aber irgendwie voll reingelaufen sein. Genau erklären konnte sie das nicht, aber die EU wurde schnell als Quell allen Übels identifiziert. Sie hat auch angekündigt, wenn das so weiter geht, aber so richtig konsequent zu handeln. Dann wird sie gnadenlos dem EU-verseuchten Deutschland den Rücken kehren und auswandern. Natürlich nur dahin, wo schon mal wer aus ihrem Dorf hingegangen ist. Man weiß ja sonst nicht, ob´s taugt. Und da Franz hat halt so gute Erfahrungen gemacht, mit Südtirol. Gut, dass da die EU keinen Einfluss hat. Also das hat sie jetzt nicht so präzise gesagt, das hab ich mir dazu gedacht.
Dann hat sie mich noch mit Ihrer Allgemeinbildung überrascht. Als sie auf das Thema Atomkraft zu sprechen kam, bei dem ihr leicht mal der Brennstab durchglühte, sprach sie doch zwischen den Flüchen plötzlich:" Und in Frankreich kostet der Strom nur 19 Cent!" Wow, hab ich gedacht, hätt ich so aus dem Stegreif nicht gewusst. Hab ich gegoogelt, stimmt auch nicht, war aber rhetorisch sensationell gut gesetzt. Logisch war für sie Atomstrom der kostengünstigste und umweltfreundlichste. Muss ich nicht googeln, stimmt auch nicht, klang aber bei ihr logisch, oder zumindest nicht verwirrender als der Rest, den sie verzapft hat. Hätte ich verstanden, was sie gesagt hat, wüsste ich jetzt, dass nichts besser und billiger ist, als französischer Atomstrom. Klar mögen manche linksgrün versifften Medien argumentieren, dass der Strom erst durch Frankreich so teuer geworden ist, weil wir deren ausgefallene und abgeschaltete Atommeiler ersetzen mussten und Frankreich teuren Gas- und Kohlestrom liefern mussten, um Europa nicht ins Chaos zu stürzen. So Medien schien sie aber allgemein abzulehnen, wahrscheinlich war deren Bayerisch zu schlecht. Na ja, König Nukleus wird´s schon richten.
Jedenfalls Tipp - sucht Euch zur Unterhaltung Querdenker und Reichsbürger, sehr unterhaltsam. Woran ihr die erkennt? Die reden sehr viel, ungefragt. Nun, das tun inzwischen viele aber Reichsbürger sind nicht verkabelt, insofern am fehlenden Knopf im Ohr leicht zu unterscheiden von rücksichtslosen Freisprechern, die alle Welt an ihren belanglosen Worten teilhaben lassen. Reichsbürger hingegen geben ausschließlich Gehaltvolles von sich, da ist jede Bemerkung staatstragend, auch wenn man von außen manchmal den Eindruck hat, da spricht jemand nach dem Motto: "Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich nicht höre, was ich sage?" Das täuscht, es läuft immer auf ein royales Defizit hinaus. Es fehlt uns der König - für alle, die das nicht wissen, das ist ein anderer Ausdruck für starker Führer in einem diktatorischen System. Eine Idee, die überkommen schien, welche man aber offenbar wiederbeleben kann, wie Fritze Merz als CDU-Chef. Merke, bei Konservativen ist nichts so alt, dass es nicht als Innovation verkauft werden könnte. Dummerweise gelten bei Konservativen die Dinosaurier nicht ausreichend als Vorbild, die sind anstandshalber ausgestorben. Da fehlt´s leider noch ein Stück weit.
Hörtest mit dem Moon 371 aus der neuen Compass Serie

Da brauchst ned lang lauschen, eindeutig Moon schon bei den ersten Takten. Wieder erstaunlich gute Hochtonauflösung ohne jede metallische Härte, die alte Moon-Spezialität. Evtl. sogar minimalst weicher gewaschen, als der Vorgänger? Hmm, hab extra einen 340er zu Rate gezogen, da fällt auf, dass der 371 in Details tatsächlich noch dazugewonnen hat. Das Ganze ist klarer im Klang, wie in der Konturenzeichnung der Instrumente, erstaunlich rauschärmst (Armutsgelübde) mit gutem, aber nicht übertriebenem Schub aus dem Basskeller und minimal besser verbunden in den Übergängen von Frequenzen ineinander, wenn Ihr versteht, was ich schlecht formulieren kann. Da ist so eine Art Kitt in der Gesamtperformance, wie der Neubayer sagt, die den Klang zu einer harmonischen Einheit verbindet, die klaren Mooncharakter zeigt. Ich hatte, meiner äußerst lückenhaften Erinnerung nach, mal angemerkt, dass ich der Meinung sein, Raidho führe seine Lautsprecher deshalb gerne mit Moon vor, weilst die an analytischeren Geräten schlecht aushältst. So wie er kommt, also ohne Tuningmaßnahmen, war der Moon 371 out of the box und a weng eingespielt ein potenzieller Kandidat für Lautsprecher, mit etwas präsenterem Hochtöner. Als quasi perfektes Match verleiht er der ELAC Concentro S 503.2 und, wie sich später herausstellte, in noch kongenialerer Form deren großer Schwester, der Concentro S 507.2 Flügel, wie der rote Bulle. Am Flügel sollt Ihr sie messen.Ja, liebe Querdenker und alle, die auch geradeaus denken können, Klaviermusik glaubwürdig darzustellen, ist eine der Königsaufgaben für HiFi-Anlagen. Klappt in dieser Kombi sensationell gut.
Was ist mit Dynaudio? Da stand ja zu vermuten, dass das klappen könnte, weil die miteinander abgestimmt werden. Ich hab extra an 2 relativ neuen Modellen rumexperimentiert, der Contour 20 Black Edition und der Contour Legacy (da hat sich der Test erübrigt, weil nur noch höchst vereinzelt zu beschaffen, war ne limitierte Auflage - die ist aber überragend aus meiner Sicht, nah am besten Dynaudio Lautsprecher überhaupt). Da wird der Hochton, fast schon im Gegensatz zu den ELACs nicht wirklich angerundet, das bleibt erstaunlich hell und klar, hätte ich vorher nicht vermutet. Wobei der ELAC Hochton insgesamt natürlich von Haus aus aggressiver ist, als der von Dynaudio, selbst in diesen Versionen. Offenbar wurde mit beiden getestet, die harmonieren jedenfalls auffällig gut. Bei beiden Lautsprechern konnte man den Hochton aber selbst abmildern, wenn man das wollte, einfach, indem man sie stärker eingewinkelt hat. Irgendwie haben sowohl die Black Edition, als auch die Legacy ein Abstrahlverhalten am Hochtöner, das dazu führt, dass die Hochtonauflösung irgendwo zwischen gar nicht und minimal eingewinkelt (so 5 Grad plus, minus) am klarsten und saubersten kommt, härter eingewinkelt, heißt angeweichter Hochton. Also vielleicht nochmal die Ausrichtung kontrollieren, wenn Ihr so Lautsprecher habt, da geht einiges im Hochton. Wenn Ihr mich fragt, ein Fest mit beiden, allerdings für die Hörer, die sich klanglich leicht auf der wärmeren Seite zuhause fühlen. Wo in kleinen bis mittleren Räumen die Black Edition für Dynaudio Erstaunliches auch in Bezug auf Echtheit des Klangs und Sportlichkeit liefert, war die Legacy einfach das Stück größer, feiner, präziser und autoritärer, das es ausmacht. Ganz großes HiFi, wobei ich persönlich trotzdem die Concentro S 507.2 am 371 Moon bevorzugt hätte, bin aber auch kein wirklicher Klassikhörer.
Ganz allein schein ich mit meiner Meinung zur Legacy auch nicht zu sein, auf der 2025er Highend Messe, hatte Moon seine North Serie ebenfalls an einer Legacy vorgeführt. Schätze, die wissen, was Sie tun und so hat´s auch bei mir geklungen. Der Abstand zur North Serie ist beim 371 eh nicht riesig, die größeren bringen noch mehr Schub und Authorität in den Klang, für den, nach Moon Maßstäbern "Billigheimer", war das aber ne satte Kampfansage. Etwa so, wie beim schwarzen Ritter bei Monty Python. Hätte verloren, aber nur knapp.

Der Analogteil vom Moon 371 mit den altbewährten Lautsprecherklemmen. Weil, jetzt schaun ma, ob da auch was an Druck rauskommt. Wie die Hebamme sprach, pressen, pressen, pressen. Der Moon 371 an der W5SE vom Boenicke Sven. Die nimmt gerne viel Strom, macht dann aber auch einen extrem erstaunlichen Bass aus quasi keinem Gehäuse. Mein schweizer Lieblingslautsprecherbauer versieht die W 5 ja gern mal mit deutlich 5-stelliger Elektronik, um zu zeigen, dass ein Mehr an Wohlklang nicht an den Grenzen dieses Lautsprechers liegen muss. Die macht das Spiel, besserer Verstärker, besserer Klang extrem lange mit. Et Viola, wie der Franzose sagt, wenn er kein Französisch kann, da kommt sehr sauber Bass auf. Da scheint das neue Netzteil allerfeinste Arbeit zu liefern. Und weil Ihr eh fragen werdet, soll ich lieber den Hegel H 400 oder den Moon 371 kaufen, gleich die klare Antwort, kommt drauf an. An der W5SE schiebt der Moon im Bass, sagen wir nachhaltiger und kommt etwas tiefer, aber auch rundlicher raus. Und die W5SE ist eine akustische Lupe. Der Hegel spielt minimal schlanker, wirkt dabei konturierter. Das hat beides viel für sich und ist aus meiner Sicht extrem Geschmackssache. Es ist auch nicht so, dass der Moon 371 mehr Flow hat, der fehlt meinem H 400 mit der G-Fuse vom Aron auch nicht. Mir scheint das wieder eine Frage des Timings zu sein. Der H 400 ist hoch exakt, der Moon 371 nimmts minimal lockerer. Beispiel: Ich war neulich in Isen in einem Konzert vom Schmidbauer Werner. Da war die Anlage monitormäßig präzise und sorry, der liebe Werner hat beinhart angerissen und höchst exakt aufgespielt, als hätte er das Metronom eben erfunden. Klang in meinen Ohren absolut grausam unmusikalisch. Jetzt Hegel zu sagen, wäre unfair, der ist musikalisch. Um den Unterschied rauszuarbeiten. Moon 371 wäre dagegen Finger statt Plektrum, da ist der letzte harte Touch raus. Verständlich?
So Schluss mit den erbärmlichen Versuchen, Klang zu beschreiben, fassen wir das Wesentliche zusammen. Wenn Ihr in dieser Preisliga ein richtig, richtig gutes Gerät in der Verarbeitungsqualität eines Accuphase sucht, solltet Ihr den Moon 371 unbedingt auf der Liste haben. Wer streamt, braucht nur den. Ich hab in der Tat schon überlegt, 2026 nur den Hegel H 150, den H 400 und den Moon 371 anzubieten. Da müsste ich wegen der Harmony Design A 90 ein wenig weinen, die können nämlich für günstig Geld mithalten. An sich sollte da aber für jeden ambitionierten HiFi-Hörer was dabei sein. Für alle, die es interessiert, noch kurz ein Wort zum DAC. Ich vermute, der DAC im Moon läuft über einen Filter, sonst wäre er, wenn meine Info stimmt, dass da ein ESS drin ist, etwas kälter, analytischer und härter. Ich hab mal nen Cambridge CXN 100 über XLR und digital rangehängt. Der klingt über XLR etwas härter als digital, wenn also der Moon wandelt. Das hätte ich als Indiz für nen Filter genommen. Falls wer Genaueres weiß, bitte mir mitteilen.
Sinnvolle Tuningmaßnahmen für den Moon 371
Moon selber sagt ja, man solle auch die Sicherung da drin in Ruhe lassen. Das kann ich für HiFi-Tuning-Sicherungen weitestgehend bestätigen, da passiert nicht so viel, wie bei Geräten mit billigeren Bauteilen. Hat da wer McIntosh gesagt? Was die G-Fuses von Aron angeht, müsst Ihr Euch noch ein wenig gedulden, der hat sich das Handgelenk gebrochen und kann zur Zeit rein mechanisch keine Sicherungen machen. Kommt irgendwann.

Was ich definitiv empfehlen kann ist, spielt am Netzkabel rum. Die Empfehlungen habt Ihr oben ja schon gesehen. Grundsätzlich glaube ich, dass den meisten eine minimal hellere Abstimmung des 371 noch einen Tick besser gefallen könnte. Was immer klappt, ist, dass sich die Musik besser von den Lautsprechern löst, als mit der Standardstrippe.
Von den Lautsprecherkabeln her haben mir die weniger neutralen am 371 besser gefallen. Also alles, was so ein wenig mehr Substanz bringt, wie das Signal Projects Moonstone, Alpha oder Lynx, wobei die beiden letzteren der Räumlichkeit auch massiv auf die Sprünge helfen. Das Supra Sword Excalibur kommt auch exzellent am Moon, das normale Supra Sword war nicht so der Bringer.
Kommen wir zurück auf das Armutsgelübde. Wenn Ihr Eure Kohle nachhaltig loswerden wollt, schaut Euch nochmal den G-Punkt auf meinem Moon 371 an.

Da hat Aron Kappen entwickelt, mit denen Ihr alle Ein- bzw. Ausgänge vom 371, die nicht genutzt werden, zu machen könnt, bei größeren (Kopfhörer, XLR) muss halt ein "normaler" G-Punkt herhalten. Das führt nochmal zu einer verbesserten Dynamik, Durchhörbarkeit und Tiefenstaffelung, wie immer in die Richtung, "echterer", dreidimensionalerer Klang mit Hang zum Analogen. Wirkt auch hier, Haken aktuell, er ist außer Gefecht und die Preise für die Maßnahme stehen auch noch nicht fest. Demnächst auch gut für Euch, weil Ihr sicher schon gespannt seid, wie ein alter Verbalerotiker, wie ich, über G-Punkte schreibt.
Ich trete eh gerne als Freudenspender auf. Ihr dürft gerne
