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Bonsaimachos

Werbung (Anmerkungen siehe unten im Text)

 

Atoll IN 400 SE Verstärker Test

Zur Zeit ist es ja in, mächtig Wind zu machen. Aus mir unverständlichen Gründen, hat die CDU ja nicht auf die Expertise vom Panik Maggus vertraut. Der hat in Bayern immerhin das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten für die CSU geholt, was er zweifellos als Qualifikation für Höheres sieht, der Audi Scheuer hängt ja auch in Berlin rum. Immerhin nicht verloren. Schätze, mit dem an der Spitze hätte die Union (was für ein unpassender Ausdruck), den Martin Schulz noch locker getunnelt. Klar hat er den Hauch der Korruption um die Nase wehen, wenn man an die Nürnberger Museen denkt. Das muss aber für Politiker kein Hinderniss sein. Wenn ich mir die verzweifelten Bemühungen vom Lindner Krischan ansehe, auch endlich mal besto..., äh, lobbiiert zu werden, mag das sogar das eigentlich Erstrebenswerte an dem Job sein.

Immerhin hat der Maggus erkannt, worum es in der Politik heutzutage geht - um Geschwindigkeit. Ned aufhalten mit dem dümmlichen Versuch, irgend etwas vom Gesagten in die Tat umzusetzen. Na, neue Worte braucht das Land. Klar interessieren keinen mehr Anti-Corona-Maßnahmen, wenn der Ruf nach Lockerungen erschallt. Da ist der Franke wendig. Scheiß auf die Krankenschwestern und deren miese Bezahlung, wir hatten damals auch keine Luftreiniger in der Schule. Kinder und Krankenschwestern freuen sich aber, wenn sie wieder raus dürfen, auch wenn sie sich dann immer noch kein Bierchen kaufen können. Muss man nur lange genug einsperren. Da pulst das Umfragehoch, da zieht´s ihn hin, den Spruchbeutel der Coronakrise. Keiner macht schneller Politik. Wo sich der Schleswig-Holsteiner Ministerpräsident noch an der Umsetzung von Pandemiebekämpfungsmaßnahmen festgebissen hat, hat der Maggus schon Visionen. Gut, die hat er zuletzt auch gehabt, als er rechter als die Rechten und dann grüner als die Grünen war. Wann, wenn nicht jetzt ist die richtige Zeit für Worte? Da Maggus kann einfach schneller Politik machen, als alle anderen. Er hat ja mit der Praxis nichts zu tun. So und nur so punktet man bei der zunehmend verblödenden Bevölkerung. Schulbildung wird eh überbewertet. Nicht mal für´s Studium muss man unbedingt Lesen können, da gibt´s Vorlesungen!!! Und die frisch ausgebildeten Krüppel ohne soziale Kontakte sind mit ein paar originellen Drogen und etwas erregendem Bildmaterial locker zu (er-)regieren.

Ich schweife ab. Das ist halt die Sehnsucht nach dem Fels in der Brandung. Welch epischer Übergang zum Atoll IN 400, dem Urgestein der Monsterverstärker. Das Netzteil leistet 1050 Watt. Das schafft sonst nur das Bügeleisen und das geht, wenn warm, auch noch mehr auf´s Ohr.

Der Atoll IN 400 im Detail:

 Atoll IN 400 frontal

Isser nich fesch? Mei, die Einen sagen so, die Anderen, is scheißegal, klingen soll er. Vielleicht kennt Ihr ja den schönen Kinderreim: " Oben auf des Berges Spitze, sitzt ein Zwerg mit Zipfelmütze." Wer das sehen will, kann den designtechnisch passenden CD-Spieler bei Atoll erwerben. Heut hammer wieder ein Nivea, unglaublich.

Wir waren bei 1050 Watt und einem Doppel-Mono-Aufbau par ecellence stehen geblieben. Da drängt sich natürlich der Vergleich mit der Urgewalt von Bryston auf. Die Bryston 4 B 3 Endstufe hat ja auch hingelangt, als gelte es das kleinste verrostete Drähtchen im Lautsprecher wieder freizupusten. Wer also einen Vollverstärker sucht, der Elefanten den Rüssel auspusten kann, liegt mit dem Atoll IN 400 schon mal ganz weit vorne. Der kann was, wo ich mich schwer tue. Der tritt so auf, dass die Partnerin / Böxin ohne zu fragen spurt. Bei mir mault immer wer nach. Sei es die Angekauf... äh Angetraute oder die Tochter, wegen der Quote auch der Sohn. Irgendwer hat immer die Bapp´n offen. Das gibt´s beim Atoll nicht. Hat die Bryston Endstufe die höchsten Höhen und die tiefsten Bässe, zu denen Dein Lautsprecher fähig ist, mit Höchstgeschwindigkeit rausgeprügelt, geht es der Atoll minimal entspannter an, was das Tempo angeht. Der Grundeffekt ist ziemlich der selbe: "Öha, han i gar ned gwisst, dasch er des kann!" Wie der Schwabe sagt. Da scheint der Lautsprecher mal spontan Hoch- und Tieftonfähigkeiten dazu gewonnen zu haben, die man so nicht kannte. Wo´s der Bryston manchmal mit der Geschwindigkeit so übertreibt, dass du das Gefühl hast, die Musik steht so ein wenig, bleibt der Atoll musikalisch locker.

Wenn man einen Kritikpunkt am Klang sucht, kann das, je nach Lautsprecher, der Hochtonbereich sein. An den Dynaudio Contour 30 i kam spontaner Brechreiz auf, obwohl die gar nicht sonderlich hochtonstark sind. An wesentlich hochtonstärkeren KEF Lautsprechern wirkte eigentlich nichts unharmonisch. Kann man den Atoll IN 400 an den Dynaudios also nicht brauchen? Sagen wir mal, nicht, ohne ihn Kreide fressen zu lassen. Was ja bekanntlich die Stimme schönt. HiFi Tuning Sicherung in kupfer rein (statte 8 A träge) und siehe da, die Contour erhält ihre Konturen zurück. Ois easy, wie der Bayer sagt.

Klangliche Highlights des Atoll IN 400:

Schlagzeuger werden ihn lieben. Für mich ist der IN 400 der ungekrönte König des Schlagzeugs. Diese Präzision, mit der man hört, wo und wie Becken angeschlagen werden, wo die einzelnen Trommeln verbaut sind und wie sich die Wucht der Bassdrumm aufbaut sucht, weitestgehend vergeblich, ihresgleichen. Kenn ich in dieser Preislage und weit drüber nichts, gar nichts. Stimmen werden äußerst präzise und minimal schmeichelnd wiedergegeben. Ein krätziges Organ bleibt ein krätziges Organ, wer jedoch einigermaßen singen, kann, wird vom Atoll positiv unterstützt. Bei Heino geht er aus. Da ist er konsequent. (Scherz - für alle, die es nicht gemerkt haben.)

Für uns Gaudinockerln ein eher rockig angehauchter Verstärker. Da erhebt sich Lemmy dynamisch aus der Kiste, wenn seine Motörhead Konserven den Weg in den Streamer finden. Elektro, Pop, Rock, Hardrock, Deathmetal, Techno, alles, was abgeht, mag er besonders. Schnipo Schrankes "Cluburlaub" lädt zum Mitfeiern ein, wenn ihr wisst, was Gaudinockerln noch sein können. Einem wagnerschen Auftritt feister Weiber auf klapprigen Gäulen (Walkürenritt) steht er aber auch positiv gegenüber und sorgt für Vehemenz im Orchestergraben. Dem weist man so leicht keine Schwäche nach, das ist ein Ausbund an Dynamik, der sowohl eine feine Klinge führt als auch nachdrücklich Eindruck hinterlässt. Was man da an Lautsprecher ranhängt, ist ziemlich wurscht, die werden einfach nicht gefragt. Von der Leistungsfähigkeit passt es eigentlich immer. Obwohl ich B&W nicht mag, einer der wenigen Verstärker die da vernünftig zu passen.

Atoll IN 400 Trafo

Daran mag´s liegen - Das gelbe ist der Trafo, so weit man ihn ohne Extremweitwinkel sehen kann. Der geht noch ewig so weiter (martialische Übertreibung).

Ich teste Lautsprecher gerne mit Ulla Meinekes "Die Tänzerin", so nem 1995 "Ich erzähl mal was aus meinem Leben und hoff,es interessiert wen - Song". Mit dem Atoll IN 400 SE lernst da, was Attacke bei einem Verstärker bedeuten kann. Wie da die Dynamiksprünge exaktest zelebriert werden, das Tempo, mit dem das Geschehen rüber kommt, sensationell sag ich nur. Nebenbei lernst auch was über Hall in 90er-Jahre Aufnahmen. Der Hörtest Klassiker "Brothers in Arms" von den Dire Straits enthüllt am Atoll auch ganz neue Qualitäten. Der differenziert das Klanggeschehen so fein aus, dass du plötzlich merkst, dass das Gewitter am Anfang wirklich durchgezogen wird, bis der Gesang beginnt. Ich kenn Verstärker, da ist ne gute halbe Minute vorher schon kein Gewitter mehr im Hintergrund.

So lange die Aufnahmen gut sind, ein wahnsinns Gerät. Präzision kann aber auch leicht nervig sein. Meinen alten Spezl David Coverdale lässt er auf "Starkers in Tokio" bzw. dem selben Material in High Res auf der "Unzipped Super de luxe" Version ganz schön alt aussehen. Wo der auf langsameren und weniger präzise, schnellen Verstärkern noch einigermaßen smooth und bluesig daherkommt, kräht er über den IN 400 SE recht krätzig ins Mikro und man hört, wie viel Technik nötig war, dass der Mann damals noch einigermaßen singen konnte. Nicht nur schön. Das sind immer so die Momente, wo ich an den ganz großen Verstärkern zweifle. Die holen halt manchmal wirklich alles aus den Lautsprechern, wo weniger mehr gewesen wäre. Lasst die selbe Aufnahme ein wenig nachhallen, verschmiert die einzelnen Töne leicht ineinander und das Ganze erfreut das Ohr. Ein Phänomen, bei dem er mich wieder stark an die Bryston Endstufe erinnert hat.

Warum nur ein analoger Verstärker? Ist der Atoll IN 400 noch zeitgemäß?

Atoll IN 400 von hinten

Der hat nur einen USB mit 96 kHz und 24 Bit, das ist schon ein bißchen wenig. Hallo, du hörst Spuckify - so weit kommst du gar nicht. Falsche Antwort. Logisch ist der eine USB irgendwie inkonsequent. Nein, da läuft nichts aus, das Wort hieße inkontinent. Wer Musik vom PC zuspielen mag, kann das so quick and dirty und für 80 Prozent aller Anwendungen auch absolut ausreichend gut machen. Der eigentliche Gag am IN 400 ist, dass er das, was er vom externen DAC, Phonovorverstärker, Streamer oder so geliefert bekommt, auch wunderbar an die Lautsprecher  weitergeben kann. Das ist die eigentliche Kunst. Das kann er. Wie schon erwähnt, die Böxin murrt nicht am IN 400 SE. Das bedeutet analoge Verstärkung vom Feinsten.

Da fällt mir ein Witz ein, den mir neulich eine liebe Freundin aus der Stadt, vo Minga hoid, erzählt hat und den ich Euch ungern ersparen möchte: Kommt eine genderbewusste Frau (Emanze halt für die Männer unter Euch) in eine Bar und bestellt eine Radlerin. Drauf der Wirt: " Des wird heut nichts, die Zapfhenne ist kaputt!" Was lernen wir daraus über Verstärker? Egal, wie gut die Absicht ist, umsetzen musst es können. So ein Atoll IN 400 SE hätte selbst mit den alten Infinity Kappa 8 oder 9 keine langen Diskussionen darüber gehabt, wer hier der Chef im Ring ist. Der zieht seine Linie knallhart durch. Gib ihm irgend ein Signal und das kommt genau so aus Deinen Boxen. Das ist zeitlos.

Ich persönlich schwanke, ob ich nicht den etwas gnädigeren Atoll IN 300 vom Klang her lieber mag, weiß aber warum viele den IN 400 SE feiern. Für schlappe 4.500.- Euro UVP kriegt man üblicherweise nicht diese gnadenlose Kontrolle über die Lautsprecher und eine derart highendige Präzision. Der IN 400 ist auch nicht hart analytisch, der ist schon von Leuten mit einem Ohr für Musikalität gemacht. Mir holt er nur, selbst aus an sich Fehler verzeihenden Lautsprechern, einen Tick zu viel Präzision raus. Gegen den Charme des 1000-Watt Boliden kannst dich halt nicht wehren. Dem kann das Musikgeschehen nicht zu komplex sein, der behält immer den Überblick und verteilt die Instrumente sicher und souverän auf einer eher großen Bühne. Hängt mal ein Supra Excalibur ran, da wird die Bühnenabbildung zum Erlebnis. Je nach Lautsprecher treten damit aber, im Verhältnis zu anderen Verstärkern, Phänomene highendiger Hochpräzision auf, die zwar "ehrlich" sein mögen, den Gesamtklang aber nicht zwanghaft fördern. Schlechte Aufnahmen werden gnadenlos entlarvt, was angesichts der Massen miserabler Aufnahmen, mit denen gerade in den neunziger Jahren der Markt geflutet wurde, nicht immer praxisgerecht ist. Bleibt die Frage, will man ihm highendige Präzision, die es meines Wissens zu dem Preis äußerst selten gibt, vorwerfen oder sie feiern? Mehr holt auch ein richtig, richtig großer Verstärker kaum aus Ihren Lautsprechern raus. Ein riesen Vorteil solcher Hammerverstärker ist aber, dass bereits bei sehr leisen Pegeln ein im Verhältnis zum Mittel- und Hochton ausgewogener Bass vorhanden ist. In Mietwohnungen gerade abends ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Atoll IN 400 XLR Eingang

XLR ist dran, die Lautsprecherklemmen sind satt, kräftig und wirkungsvoll - was will man mehr.

Lautsprecher für den Atoll IN 400SE

Das wird jetzt wieder so ne "to be continued" Geschichte. Auch wenn ihr mich für bescheuert haltet, versucht es mal mit einer ELAC Carina FS 247.4 am Atoll. An sich pervers, ein 2.000.- Euro Böxchen, das der eine oder andere Bonsaimacho auch noch zu viel günstigeren Preisen unters Volk bringt, mit so einem Boliden in Verbindung zu bringen, Ihr werdet überrascht sein.

Für alle Billie Eilish Fans bietet sich auch eine Dynaudio Evoke 50 als konbassiale (so was wie kongenial, nur halt mit Bass) Spielpartnerin an. Die Evoke 50 rundet den Hochton des Atoll in erfreulicher Weise ab und haut im Bass voll drauf. Eh schon eine der wenigen Dynaudios, die mal richtig runter kommt in den Basskeller und dann noch die Ansage durch den anabol steroiden Kraftbomber. Für Basswahnsinnige ein Fest. Ähnliche Effekte lassen sich auch mit der neuen Solano FS 287 von ELAC erzielen, nur, dass da der feiner aufgelöste Hochton, je nach Geschmack, schon nerven kann.

Von den ELAC Velas konnte mich die FS 409 am meisten überzeugen, da hilft der zusätzliche Mitteltöner dem Gesang massiv auf die Sprünge. Der IN 400 SE zeigt, mehr als viele andere Amps, den Sprung zur größten Vela als deutlich auf. An vielen Verstärkern ist der Unterschied zur neuen Vela FS 408 eher gering. Durch den highendigen Touch des IN 400 wird der Abstand zur 409er viel klarer.

An der Concentro S 507 von ELAC kann ich den Atoll IN 400 SE nur in weitläufigen Eigenheimen empfehlen, da wird es leicht mal zu viel im Hochton und im Bass. Gerade der richtig mächtige Bass dübelt dich aus Räumen bis 30 Quadratmetern raus, wenn du nicht mindestens 1,5 m Abstand zur Seitenwand realisieren kannst.

Wer bisher ein wenig an der Tauglichkeit der leicht verstärkerzickigen Contour 20i von Dynaudio für Rockmusik gezweifelt hat, möge den IN 400 in Erwägung ziehen. Ein Garant für erstaunlichen Tiefgang  im Bass der Contour und ein Fels, was Rock angeht (welch internationales Wortspiel). Opulente Klassik kann er übrigens auch an der 20i.

Test - Fazit Atoll IN 400 SE:

Keine Fehler, Kraft ohne Ende, Lautsprecher wurscht, mehr analog als digital. Für das aufgerufene Geld, ganz, ganz oben am Ende der Nahrungskette. Alles, was der spielt, erhält einen super soliden Körper, hat Kraft, Energie und Wumms. Kräsch, bumm, bäng, so ne Art Superman unter den noch einigermaßen erschwinglichen Verstärkern. Mir persönlich lieber als die Bryston Vollverstärker und durchaus auf deren Niveau. Sollte man sich unbedingt mal anhören, besser noch:

Den Atoll IN 400 SE beim Bonsaimacho kaufen

Holleräduliö, ne gute Idee!


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