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Bonsaimachos

Werbung (Anmerkung siehe unten im Text)

 

Dynaudio Contour 30 i Test

Manchmal schlägt halt schon die Wikinger-Vergangenheit durch bei den Dänen. Die feinen Herren und Damen und Diversen bei Dynaudio können da noch so elitär auftreten. Manchmal lässt sich die Abstammung halt nicht verleugnen. Grobe Deifi san´s halt. Beweise?

 Dynaudio Contour 30 i in der Transportverpackung

Die Dynaudio Contour 30 i in ihrer Transportverpackung. Da läuft´s uns sensiblen Kerlchen gleich amal eiskalt den Rücken runter. Angeliefert im Kindersarg. Da überlegst dir als Ehegespons oder als Ableger zweimal, ob du da nachmaulen willst, was die Anschaffung betrifft. Nicht dass der HiFiende angepisst reagiert und die offensichtliche Einladung zur unmittelbaren Entsorgung der Nachmaulenden annimmt. Überlegt mal, was man damit alles in den Wald oder sonst wohin schaffen kann. Dabei hab ich Vergraben noch nicht mal erwähnt. Meines Wissens geriet schon der Bluetooth, also der dänische König Blauzahn in eine kleine Familienfehde, was ihm neben dem Thron auch fast das Leben kostete. Das ist kein schöner Gedanke bei dem Anblick der Kisten.

Was? Du magst meine neuen Lautsprecher nicht? Komm mal mit raus in die Werkstatt. Ab durch die Säge und die Kiste ist eh schon bereit. Oder so. Ich frage mich also, ist es klug, so einen Lautsprecher kritisieren zu wollen? Da wir Bonsaimachos aber weder Tod noch Dänen scheuen, hier mein scharfer Senf zu dem Thema:

Das Auspacken der Dynaudio Contour 30 i:

Oh Ihr Bandscheibengeschädigten, die Ihr nie die Wohlklänge Skanderborgs erleben werdet, probiert es nicht allein! Diese Verpackung ist ein Statement. In etwa so schwer, wie der Inhalt besticht das Verpackungsmaterial durch Tücken, die den Schwachbrüstigen und Magermilchlauchs den Hörgenuss vergällen. Ich hab noch nie so schweren Schaum- oder was-auch-immer-für-Stoff gesehen.

 Dynaudio Contour 30 i Polsterung

Schaut harmlos aus, hebt sich aber in etwa so, als hätte man den Lautsprecher in Bierkisten eingeschlagen. Aber von vorne. Man nehme zwei mindestens mittelstarke Personen, stelle die Kiste (etwa 60 kg) in der Nähe des späteren Lautsprecherstandorts auf die Palettenfüße und besorge sich einen Akkuschrauber. Nur damit sind die gefühlt 480 Schrauben der Transportverpackung in weniger als einem Nachmittag zu lösen. Dann hebt man, um nichts zu beschädigen, immer zu zweit, den Deckel ab. Das ergibt folgenden Anblick:

 Dynaudio Contour 30 i Innenverpackung

Und nein, das ist kein Schwert als Grabbeigabe, das ist die Frontabdeckung, die da mit dezentem Dynaudio Schriftzug im (Beton?-) Polster ruht. Jetzt heißt es taktisch vorgehen, denn, was man nicht sofort sieht, die Füße der Contour 30 i sind bereits vormontiert. Die müsst Ihr also nur freilegen, ohne irgend was zu zerkratzen und das Teil in die Senkrechte wuchten. Mein Tipp: Alles was Ihr von dem Schaumstoff oben abnehmt, unten drunter packen (auf die Palettenseite), den Lautsprecher zu zweit so legen, dass er 15-20 cm mit dem Fuß über die Palette raussteht und dann aufrichten. Wichtig ist, dass die Palettenkante mit genug Schaumstoff abgesichert ist, der auch nicht verrutschen sollte, damit kein Kontakt zwischen Lautsprecher und Kante möglich ist. Ihr packt das schon. Wo ein Wille ist ...

So, jetzt steht das Teil blöd im Zimmer.

Der Dynaudio Contour 30 i Töne entlocken

Das klingt doch irgendwie seltsam? Nun ja, kleine Eigenheit von Dynaudio, warum ich dringend einen kompetenen Fachhändler empfehle - die müssen eingespielt werden. Die müssen sogar lange eingespielt werden. Keine Ahnung, welcher drogenbedröhnte Däne in langen Polarnächten auf die Idee gekommen ist, einen Lautsprecher zu bauen, der out of the box mal mäßig, zwischendurch scheiße, dann halbgenial und später dann doch allerfeinst klingt. Wenn Euch also ein netter Fachhändler eine bereits eingespielte Contour 30 i anbietet, ist diese ganz, ganz sicher einer neuen vorzuziehen. Wir stellen die Contour 30 i also auf, schließen sie an irgend einen Verstärker an und lassen sie mal mindestens einen Monat laufen. So lange am besten nicht beachten, das erschreckt einen nur, je nach Tagesform.

 Dynaudio Contour 30 i schwarz von der Seite

Wann ist die Dynaudio Contour 30 i reif? Am Klavier merkt man´s am besten. Klingt das echt, können wir uns mit der Auswahl eines passenden Verstärkers befassen.

Passende Verstärker zur Contour 30 i

Da gibt es Positives zu vermelden. Die Contour 30 i spielt sogar mit Verstärkern, die die kleine Schwester Contour 20 i eher ablehnt, scheint also etwas weniger Strom zu brauchen. Das Klangbild eines Cambridge Audio CXA 81, den ich jetzt mal als "kleinsten" Spielpartner der Contour 30 i angesetzt hatte, war ganz normal harmonisch und wurde in keinster Weise so "zerlegt", wie von der Contour 20i.

Nächster Versuch, der Atoll IN 400. Hualp, das war mal viel zu scharf im Hochton und auch im Bass übertrieben. Der prügelt zwar hohe und tiefe Töne aus der Contour 30 i raus, wie man sie noch nie gehört hat, so ein wenig, wie Bryston-Endstufen, das war aber definitiv zu viel, gerade, wenn man auch noch ein Supra Excalibur Lautsprecherkabel dran hatte, das alle Details minutiös herausschält. Klassischer Fall für den Bonsaimacho. Erstens war die selbe Kombi mit einem XL-Annorum-Kabel schon gut erträglich, was dem Atoll dann aber den entscheidenden Kick gegeben hat, damit er mit der Dynaudio wieder harmonierte, war der Einbau einer HiFi-Tuning Sicherung in der kupfer Version. Schon weit vor Ende der 3-tägigen Einbrennzeit merkte man, dass Stimmen viel harmonischer rüberkamen und der Hochton selbst mit dem Excalibur zwar noch sehr präsent aber nicht überzogen war. Da kam die saubere Räumlichkeit, der enorme Detailreichtum und die große Bühnentiefe des Atoll voll zum Tragen. Am IN 400 hat man auch sehr gut bemerkt, dass tiefer Tiefbass bei Dynaudios mit mächtigen Verstärkern (der hat immerhin ein gut 1000-Watt-Netzteil) durchaus Verstärkersache ist.

Kleiner Vorgriff auf den Hörtest. Dynaudio hat ja speziell bei kleinen Lautsprechern so einen Trick, dass sich das immer nach sattem und präzisen Bass anhört. Wenn man dann einen Lautsprecher von Mitbewerbern daneben stellt, merkt man, dass es im Bass eigentlich noch weiter nach unten ginge, allerdings oft leicht zugunsten mangelnder Präzision. Der Atoll IN 400 hat an den Contour 30 i gezeigt, dass die auch objektiv weit, aber nicht sehr weit, in den Basskeller herabsteigen können und das, ohne an Präzision zu verlieren. Dafür braucht´s aber sauber Strom.

Dynaudio Contour 30 i Lautsprecherterminal

Probieren wir´s also mit einem Klassiker an den Dynaudios, dem Hegel H 390. Das ist wie Autofahren mit dem Audi Scheuer. Du kämst nicht auf die Idee, die Bahn zu nehmen. Die zwei passen einfach, wie Arsch auf Eim... jedenfalls vernimmt man der Schalmeien Wohlklang darüber noch intensiver als bei den Wettbewerbern. Aus meiner Hör (so was wie Sicht auf akustisch) die geschmeidigste Kombination. Highendig, luftig, extrem viele Details.... da hörst den Holzwurm in der Stradivari schmatzen.

Ein wenig Zucker im Allerwertesten der Contour 30 i

Was kann sie besonders gut? Ich sag mal, entsprechend ihrer Statur gewichtig auftreten. Für ihre Größe kann sie das, was andere Lautsprecher auch können, nur einen Tick detailreicher, präziser, konturierter. Es ist ohrenfällig, wie weit sich das Klangbild nach hinten in den Raum auch deutlich hinter der Boxenlinie weitet. Ortbarkeit im Raum ist definitiv eine ihrer großen Stärken. Zudem Blasmusik - Was brauch ma in Bayern? A Bier, a Blasmusi und wahnsinnig fette Weiber! Entschuldigung, die Damen es ist wieder mit mir durchgegangen. Das lässt sich aber auch schwer gendergerecht und unrassistisch beschreiben: "Wessen bedarf es intergalaktisch betrachtet? Des Hopfensaftes, der gepusteten Musik und wahnsinnig beleibter Männlein, Weiblein, Diverser und sonstiger zu Integrierender!" Klingt ein wenig geschraubt. Bei diesen Holzbläsern fliegt dir gleich das Blech weg, was unheimlich schade wäre, kommen doch Blechbläser, Saxophone etc. dermaßen naturgetreu rüber, dass ich mir gleich noch zwei Mass mehr geben musste, um entspannt mitzuschunkeln. Sollte ja ein objektiver Test werden.

Dynaudio Contour 30 i Tweeter

Die beinharte Kritik an den Contour 30 i von Dynaudio:

Schwächen? Nicht wirklich. Am ehesten Techno und der fehlende Touch hin zum Dreckigen in Rockstücken. Das liegt dem Perfektionisten nicht so sehr. Im Anzug am Rand stehen und leicht mit dem Kopf nicken reicht halt in der Hardrockdisco nicht. Ich kenn Bands, die verspielen sich so oft, da willst du gar nicht alle Details hören. Wer aber Korrektheit nicht als Fehler sieht, ist mit der Contour 30 i gut bedient. Hab ich jetzt Politiker aus dem Käuferkreis grundsätzlich ausgeschlossen? Wir werden es nie erfahren.

Was könnte man denn noch besser machen, als eine Dynaudio Contour 30 i? Mal kurz zum Quercheck eine ELAC Concentro S 507 ins Wohnzimmer gewuchtet. Leicht unfair, liegt die doch bei 11.000 Euro Listenpreis gegen die günstigen 7.500.- Euro der Dynaudio. Hmm, da wird´s schon spannend. Der Dynaudio weist man so leicht keine Fehler nach, aber die Concentro S 507 bringt klar mehr Details, höhere, luftigere Höhen und deutlich abgrundtiefere Bässe, ohne davon etwas klar in den Vordergrund zu spielen. Apropos Vordergrund. Die Concentro spielt deutlich weiter vorne und nicht so ewig tief in den Raum rein, wie die Contor 30 i. Kleiner Punkt für Dynaudio.

Dynaudio Contour 30 i Chassis

So, jetzt wird´s richtig hart für die 30 i - wie erwehrt sie sich Ihrer kleinen Schwester, der Contour 20i?

Das ist so ein wenig der Kampf David gegen David. Den kennt Ihr nicht? Läuft in etwa so: Beide sind nicht die Königinnen des Tiefstbasses, liefern sich also mehr ein Präzisionsduell, das aus meiner Sicht klar die kleine Schwester gewinnt. Im direkten Vergleich fällt auf, dass die Contour 30 i ein wenig mehr auf Harmonie und Langzeithören getrimmt ist. Da ist auf der 30 i so ein, und wir sprechen hier jetzt von sehr geringen Unterschieden, winziger Hauch von leicht angewärmtem Ineinanderfließen der Musik, dem die Contour 20 i eine luzide Klarheit entgegenstellt, die für mich die dynaudiotypische Wahrheit ausmacht. Der Unterschied ist jetzt nicht, wie Politker zu Wahrheit, nein, der ist gering aber hörbar. Klar kommt die 30 i volumenbedingt etwas weiter runter als die 20 i, die 30er fährt aber ein wenig mehr Schmusekurs. So Wahrheit nach Art der Händler. Das Produkt hat keine Schwächen, die Stärken liegen woanders, wenn Ihr wisst, warum Ihr mir nicht trauen wollt, oder so.

Dynaudio Contour 30 i Fuß fuer Parkett mit integriertem Spike

Fazit: Ist die Contour 30 i ihr Geld wert?

Blöde Frage, wenn nicht, wäre die nicht auf diesen Seiten gelandet. Hier gibt es Tipps für Geräte, die eher oberhalb des Üblichen in Ihrer Preisklasse spielen. Ich denke bereits drüber nach, mir nochmal einen 340er Moon Verstärker zuzulegen, weil ich mir gut vorstellen kann, dass der das Hochtonpotenzial, das der IN 400 an der Contour 30 i aufgezeigt hat, auf´s Angenehmste ausreizen kann. Ein wunderbarer Lautsprecher für alle handwerklichen Instrumente und damit will ich ihn, entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten, tatsächlich in eine Ecke schieben. Nämlich dahin, wo die Hörer echter, handgemachter Musik sind, Klassik, Jazz, Blues... Alles, was ohne viel elektronische Bässe oder schmutzigen Rock auskommt. Die Contour 30 i besticht durch geschmeidige Präzision. Und sollte sich irgendwer bei Euch in der Familie über die Contour 30 i aufregen oder gar die Anschaffung anzweifeln, schaut Euch die Verpackung nochmal genau an, die dänische.

Heißt präzise was?

Warum nur steht da oben Werbung drüber? Erfahren wir doch die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, außer ein paar unnötigen Ausschmückungen, blöden Scherzen.... aus den Schriften des Bonsaimacho. Nun betrachten wir das erste Bild. Das Auto steht da gar nicht zufällig, auch wenn´s nicht gewaschen ist - das verweichlicht nur! Subtile Werbung. Was bitte sind Herrenspielwaren? Kann er die ohne schwarze Plastiktüten verschicken? Werde ich häusliche Gewalt erfahren, wenn ich mich auf so Dingens einlaß? Alles möglich, je nach (sexuellen?) Vorlieben.

Manchmal bin ich echt froh, dass ich zur Zeit niemanden reinlassen darf.

Das heißt, Ihr dürft gerne

Die Dynaudio Contour 30 i beim Bonsaimacho kaufen!

Am liebsten wäre mir, Ihr schleppt die auch selber weg. Weil ich aber ein netter Kerl bin, opfere ich im Zweifelsfall meine Bandscheiben und helfe. Hach, ich könnt mich schon wieder loben.

Nachtrag - Durch die Decke:

Contour 30 i mit Gaia II

Ist natürlich ein wenig befriedigender Befund, dass die kleine Schwester die Nase nach vorne kriegt in manchen Situationen. Also - Tuning! Als erstes nehmen wir wieder den Lieblingsverstärker der Contour 30 i, den Hegel H 390 natürlich nicht ohne Supra DC-Blocker, weil der sonst zum Brummen neigt, was Hegel zwar begründen kann aber hartnäckig nicht abstellt. Den stöpseln wir mit einem Supra Excalibur an. Doch damit nicht genug, zusätzlich schrauben wir die Isoacoustic Gaia II Lautsprecherfüße unter die Contour 30 i. Und dann stellen wir fest, dass die Dynaudios halt leider Aufwand lieben aber auch danken. Die Tuningfähigkeit scheint fast unbegrenzt. Plötzlich macht die Contour 20 i keinen Stich mehr, was die Überlegenheit der Contour 30 i angeht. Selbige entwickelt plötzlich die von Dynaudio immer gepriesene Wahrheit im Klang und kann super definierten Tief- und Tiefstbass an dem sie mit geringerem Aufwand noch kläglich gescheitert ist. Was nun an Bühne, gerade bei Live-Konzerten rüber kommt sucht schwer seinesgleichen. Plötzlich ist ganz offenhörbar, dass der liebe Johnny Cash auf der "The man comes around" schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat als in der Zusammenarbeit mit Tom Petty bei " A Solitary Man". Die Klangfarben, die Ihr die Contour 20 i im ersten Durchlauf noch voraus hatte sind urplötzlich allerfeinst präsent. Durchaus ein Verdienst der Gaias, ohne die Musikalität, Präzision und Luftigkeit abgeht. Das Excalibur puscht  die Raumortung, die Details und den Bass mächtig und der DC-Blocker sorgt für die nötige "Schwärze" im Hintergrund, damit die allerkleinsten Details hervortreten und die Contour 30 i verdammt nah an die Wahrheit hinspielt. Was diese winzige Tuningmaßnahme kostet, wollt Ihr nicht wirklich wissen (nicht mehr, als der Lautsprecher), zeigt aber das Potenzial in so einer Contour 30 i. Was man da hört, ist ein komplett anderer Lautsprecher als die eh schon sehr gute Standardversion.

Contour 30 i mit Excalibur und Gaia II

Und für alle Freunde der Optik, logo kann man noch schwarze Klebepunkte auf das Gewinde machen, damit es von oben nicht so auffällig ist, lohnt sich bei meinen vielen Umbauten aber nicht.

Na wenn´s hilft, auch das noch - weil immer wer nörgelt, hier noch ein paar technische Daten, wenn´s schee macht:

Abmessungen (B x H x T): 215 x 1140 x 360 mm
Abmessungen mit Standfüßen und Abdeckung (B x H x T): 300 x 1169 x 403 mm

Empfindlichkeit: 87dB (2,83V / 1m)
IEC Belastbarkeit: 300W
Impedanz: 4 Ω
Frequenzumfang (± 3 dB): 32Hz–23kHz (bis auf Orgeln und elektronische Bässe kommt da eh kein "normales" akustisches Instrument drunter)
Gehäuseprinzip: Bass Reflex, rückseitig (2 Stück)
Frequenzweiche: 2½-Wege

Tieftonlautsprecher: 2x 18cm MSP
Hochtöner: 28mm Esotar 2 i
Gewicht: 31,4 kg


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